1. Inhalt
  2. Navigation
  3. Weitere Inhalte
  4. Metanavigation
  5. Suche
  6. Choose from 30 Languages

Aktuell Nahost

IS-Miliz erobert große Teile von Palästinenserlager bei Damaskus

Die Terrormiliz "Islamischer Staat" ist erstmals in die syrische Hauptstadt Damaskus vorgerückt. Die Dschihadisten eroberten offenbar große Teile des Palästinenserlagers Jarmuk, wie verschiedene Quellen berichten.

Kämpfer der Dschihadistenmilz "Islamischer Staat" haben große Teile des palästinensischen Flüchtlingslagers Jarmuk (Archivbild) in der syrischen Hauptstadt Damaskus erobert, wie ein Vertreter der Palästinensischen Befreiungsorganisation (PLO) sagte. In dem Lager werde weiterhin gekämpft. IS-Kämpfer hätten das Flüchtlingslager gestürmt und weitgehend unter ihre Kontrolle gebracht, sagte der PLO-Vertreter Anuar Abdel Hadi. Die Kämpfe zwischen den Dschihadisten und den Mitgliedern palästinensischer Milizen dauerten an. Die Syrische Beobachtungsstelle für Menschenrechte bestätigte die Angaben.

Noch 18.000 Menschen im Lager

Das etwa zwei Quadratkilometer große Lager Jarmuk liegt im Süden der syrischen Hauptstadt. Vorübergehend lebten dort bis zu 160.000 Palästinenser und Syrer; derzeit sind es noch etwa 18.000 Flüchtlinge. Das Camp wurde seit Juli 2013 mehr als ein Jahr lang von der syrischen Armee belagert, zahlreiche Menschen kamen durch Mangel an Nahrung und Medizin ums Leben. Nach einem Abkommen mit den bewaffneten Palästinensergruppen zogen sich die syrischen Rebellen im Februar 2014 aus dem Lager zurück.

Die IS-Miliz hatte im vergangenem Sommer weite Gebiete in Syrien und im benachbarten Irak erobert und dort ein "Islamisches Kalifat" ausgerufen. Die Dschihadisten bekämpfen die Regierung von Syriens Staatschef Baschar al-Assad, sind aber auch mit anderen Rebellengruppen verfeindet.

Rebellen erobern Gernzübergang

In der südsyrischen Provinz Daraa attackierten derweil Rebellen den letzten von der Regierung kontrollierten Grenzübergang nach Jordanien. Mehrere bewaffnete Gruppen, unter ihnen Islamisten, starteten am Morgen einen Angriff auf den Kontrollposten in Nassib, wie die Beobachtungsstelle mitteilte. Die Armee warf demnach Fassbomben auf Stellungen der Rebellen rund um Nassib ab und feuerte Raketen auf sie ab. Die radikalislamische Al-Nusra-Front hatte in den vergangenen Wochen Geländegewinne in der Provinz Daraa verzeichnet. Als Reaktion auf die jüngsten Kämpfe wurde der Grenzübergang auf jordanischer Seite geschlossen. Der Grenzposten Dschaber sei aus Sicherheitsgründen vorübergehend abgeriegelt worden, teilte das Innenministerium in Amman mit.

In Syrien hatten sich Proteste gegen Machthaber Assad vor vier Jahren zu einem Bürgerkrieg ausgeweitet. Mehr als 215.000 Menschen wurden nach Angaben der Beobachtungsstelle seither getötet, Millionen weitere sind im In- und Ausland auf der Flucht. Die Kriegswirren führten auch zum Aufstieg der radikalsunnitischen IS-Miliz.

cr/kle (afp, dpa)