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Aktuell Nahost

IS macht Palmyra zur Schädelstätte

Nach der Eroberung der syrischen Oasenstadt kennt das Lechzen der Dschihadisten-Miliz nach Rache an ihren Gegnern keine Grenzen: Nach Angaben von Aktivisten wurden schon mehr als 200 Menschen hingerichtet.

Im Zuge der Eroberung der syrischen Stadt Palmyra hat die Terrormiliz "Islamischer Staat" (IS) Aktivisten zufolge mehr als 200 Menschen, darunter auch Kinder, hingerichtet. Wie die Syrische Beobachtungsstelle für Menschenrechte mitteilte, dokumentierte sie seit dem 16. Mai in der Provinz Homs die Hinrichtung von 67 Zivilisten sowie von 150 syrischen Kämpfern der Armee, deren Verbündeten und anderen mutmaßlichen Gefolgsleuten der syrischen Regierung durch IS-Angehörige. Etwa 600 Menschen seien als Kollaborateure gefangen genommen worden.

Unter den Opfern der vergangenen neun Tage seien 14 Kinder und zwölf Frauen, teilte das in Großbritannien ansässige Netzwerk weiter mit. Ganze Familien seien vom IS ermordet worden, erklärte der Chef der Beobachtungsstelle, Rami Abdel Rahman. Die meisten Hinrichtungen wurden demnach aus Palmyra gemeldet. Es habe Erschießungen, aber auch Enthauptungen und Hinrichtungen mit Messern gegeben. Die Beobachtungsstelle stützt sich auf ein dichtes Netzwerk von Informanten in ganz Syrien. Ihre Angaben können kaum unabhängig überprüft werden. Syrische Staatsmedien hatten zuvor berichtet, die Dschihadistenmiliz habe in der Oasenstadt ein Massaker verübt. Etwa 400 Zivilisten, zumeist Frauen und Kinder, seien getötet worden.

"Die irakischen Truppen haben offensichtlich keinen Kampfwillen"

US-Verteidigungsminister Ashton Carter (Foto: AFP/Getty Images/N. Kamm)

US-Verteidigungsminister Ashton Carter

US-Verteidigungsminister Ashton Carter warf unterdessen der irakischen Armee angesichts des Verlustes der Stadt Ramadi an den IS eine mangelnde Kampfmoral vor. "Die irakischen Truppen haben offensichtlich keinen Kampfwillen gezeigt", sagte Carter dem US-Sender CNN. "Sie waren dem Gegner zahlenmäßig deutlich überlegen, sie kämpften aber nicht, sondern zogen sich zurück." Der irakischen Armee mangele es an dem Willen, "den IS zu bekämpfen und sich selbst zu verteidigen", kritisierte Carter. Die Dschihadisten hatten die irakische Provinzhauptstadt vor einer Woche eingenommen. Am Samstag starteten die Regierungstruppen und mit ihnen verbündete Milizen eine Gegenoffensive, die aber zunächst nicht zur Rückeroberung der Stadt führte.

Die Strategie der von den USA angeführten Militärkoalition gegen den IS sei trotz der jüngsten Rückschläge in Ramadi sowie in der syrischen Antikenstadt Palmyra nach wie vor wirkungsvoll, sagte Carter. "Luftangriffe sind effektiv." Entscheidend sei aber der Einsatz der irakischen Bodentruppen. "Sie müssen den IS besiegen und in Schach halten", betonte der Pentagon-Chef.

sti/qu (afp, rtr)