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Aktuell Afrika

IS-Kämpfer versuchen libysche Stadt Sirte zu halten

Die Offensive zur Rückeroberung der von der IS-Miliz gehaltenen Stadt Sirte fordert den libyschen Truppen hohe Opfer ab. Mindestens 34 Soldaten starben binnen eines Tages, 100 weitere wurden verletzt.

Die Truppen hätten zu einer Schlussoffensive angesetzt, träfen dabei aber auf den erbitterten Widerstand von Milizionären, die sich in Teilen Sirtes verschanzt hielten, teilte die Regierung mit. Die Truppen der neuen Einheitsregierung waren Anfang Juni mit Unterstützung von Luftwaffe und Artillerie in die Stadt vorgedrungen. Sirte ist die wichtigste Basis des sogenannten "Islamischen Staates" (IS) in Libyen. Eine Eroberung der Stadt wäre deshalb ein wichtiger Erfolg für die kürzlich gebildete Regierung der Nationalen Einheit, die weiter darum ringt, ihre Autorität im Land zu etablieren.

Fluchtversuche wurden verhindert

Die IS-Kämpfer wehrten sich in Sirte mit Barrikaden, Scharfschützen und Sprengfallen, hieß es in der Hauptstadt Tripolis weiter. Die Milizionäre seien "in einem kleinen Teil von Sirte belagert". Sie versuchten von dort auszubrechen, das sei aber verhindert worden. Mehr als 20 IS-Kämpfer seien getötet worden.

Für die Dschihadisten wäre der Verlust von Sirte ein harter Rückschlag. Sie hatten sich 2014 in der Heimatstadt des langjährigen Machthabers Muammar al-Gaddafi festgesetzt und die Stadt vor einem Jahr vollständig unter ihre Kontrolle gebracht. Der "Islamische Staat" hatte dabei vom allgemeinen Chaos und dem Machtvakuum profitiert, das in Libyen seit dem Sturz Gaddafis im Herbst 2011 herrscht.

Bei der Explosion eines Waffenlagers in Garabuli westlich von Sirte kamen unterdessen mindestens 29 Menschen ums Leben. Ein Sicherheitsvertreter der Stadt sagte der Nachrichtenagentur AFP, dass "Bewaffnete das Lager einer Miliz aus Misrata gestürmt" hätten. Anschließend sei es zu der "großen Explosion" gekommen, deren Ursache noch unklar sei. Möglicherweise habe die Miliz Sprengfallen aufgestellt.

haz/pab (afp, dpa)