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Aktuell Nahost

IS-Kämpfer verkaufen jesidische Frauen

Die Terrorgruppe "Islamischer Staat" sorgt für immer neue erschreckende Schlagzeilen: Sie verkauft jesidische Frauen an ihre Kämpfer und veröffentlichte schon wieder ein Video von einer Enthauptung.

Libanon Angehörige von IS-Opfer in Syrien 30.08.2014

Angehörige von zwei der entführten libanesischen Soldaten in der Nähe von Tripoli

Diesmal war es ein libanesischer Soldat, der von den Mitgliedern der radikalen Miliz "Islamischer Staat" (IS) vor laufender Kamera geköpft wurde. In dem am Samstag im Internet veröffentlichten Video ist zu sehen, wie ein Extremist die Tötung eines Mannes ankündigt, der mit verbundenen Augen und gefesselten Händen am Boden liegt und strampelt. Dann wird dieser von einem anderen Kämpfer enthauptet.

Bei dem Opfer soll es sich um einen sunnitischen Soldaten aus dem Norden des Libanon handeln. Er geriet mit 18 Kameraden in die Gewalt syrischer Islamisten, als diese Anfang August gemeinsam mit dem IS die libanesische Armee angriffen und die Grenzstadt Arsal für fünf Tage unter ihre Kontrolle brachten.

Freilassung von Gefangenen gefordert

Kurz nach dem ersten Video veröffentlichten die IS-Extremisten einen weiteren Film, der neun gefangene Soldaten zeigt, die um ihr Leben betteln. Außerdem rufen sie ihre Familien auf, sich für die Freilassung von inhaftierten Islamisten einzusetzen. Der "Islamische Staat" will mit den Entführungen und der Tötung von Geiseln einen seiner im Libanon einsitzenden Kommandeure sowie mehrere andere Islamisten freipressen.

Vor knapp zwei Wochen hat die Terrorgruppe mit der auf Video dokumentierten Enthauptung des US-Journalisten James Foley für weltweites Entsetzen gesorgt.

Jesidische Frauen verkauft

Syrische Menschenrechtler berichten von weiteren Gräueltaten des IS: So hätten die Anhänger der Terrormiliz in den vergangenen Wochen rund 300 gefangene jesidische Frauen und Mädchen aus dem Irak an IS-Kämpfer in Syrien verkauft. Nach Angaben der syrischen Beobachtungsstelle für Menschenrechte mit Sitz in London hätten in mindestens 27 Fällen IS-Anhänger die Frauen für 1000 US-Dollar pro Person gekauft, um sie zu heiraten. Die Opfer seien als "Beute aus dem Krieg mit den Ungläubgien" bezeichnet worden.

Radikale Muslime beschimpfen die Anhänger der monotheistischen Religion als "Teufelsanbeter". Anfang August hatten die Islamisten im Norden des Irak große Gebiete eingenommen, in denen vor allem Jesiden leben. Rund 200.000 Menschen flohen vor den Angreifern. Nach UN-Angaben wurden mindestens 2500 Jesiden entführt.

Irak Baquba Peschmerga Kämpfer 29.08.2014

Kurdische Peschmerga-Kämpfer haben im Nordirak Erfolge gegen die Terrormiiliz "Islamischer Staat" erzielt

Kurden melden Erfolge gegen IS

Unterdessen melden die Kurden im Nordirak beim Kampf gegen den "Islamischen Staat" neue Erfolge. Peschmerga-Kämpfer seien in den Ort Sumar eingedrungen, berichtete die Nachrichtenseite Al-Mada. Die heftigen Kämpfe zwischen beiden Seiten gingen jedoch weiter.

Die Kurden hatten vor einigen Tagen eine neue Offensive gegen die Extremisten begonnen. Dabei werden sie von US-amerikanischen und irakischen Kampfjets unterstützt. Sumar liegt rund 70 Kilometer nordwestlich der Stadt Mossul, die ebenfalls von der Terrormiliz beherrscht wird.

mak/chr (dpa, rtr)

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