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Aktuell Nahost

IS-Kämpfer erobern Militärflughafen in Syrien

Nach tagelanger Belagerung hat die Dschihadistengruppe "Islamischer Staat" in Syrien einen strategisch wichtigen Militärflughafen eingenommen. In der Provinz Daraa erlitt der IS dagegen eine empfindliche Niederlage.

Der Erfolg gelang der Terrorgruppe "Islamischer Staat" (IS) nach wiederholten Angriffen auf den Militärflughafen Tabqa im Norden von Syrien. Das meldeten übereinstimmend das Staatsfernsehen und die oppositionsnahe Syrische Beobachtungsstelle für Menschenrechte mit Sitz in London. In dem Gebäude befinden sich demnach die Leichen von Dutzenden Soldaten.

Zwar gebe es weiterhin Gefechte rund um den Flughafen, dieser sei aber inzwischen unter Kontrolle der IS-Miliz. Die syrische Armee habe ihre Kampfjets zu anderen Flugplätzen geflogen. Damit haben die Regierungstruppen von Machthaber Baschar al-Assad ihren letzten Stützpunkt in der Provinz Raka verloren.

Flughafen von Tabka von ISIS eingenommen

Islamisten feiern den Sieg über die syrischen Regierungstruppen in Tabqa

Jubel in Raka

In der gleichnamigen Provinzhauptstadt reagierten zahlreiche Bewohner mit Freudenschüssen und riefen "Allah ist der Größte!". Mehrere Moscheen verkündeten den Fall des Flughafens an die Islamisten über ihre Lautsprecher.

In den vergangenen Tagen waren bei Gefechten um den Flughafen mindestens 100 IS-Kämpfer und 25 Regierungssoldaten getötet worden. Raka ist zu einem Zentrum der IS-Truppen geworden, die aus dem Terrornetzwerk al-Kaida hervorgegangen sind.

Verluste in Daraa

In anderen Regionen Syriens ist die Position der IS-Kämpfer nach Angaben der Syrischen Beobachtungsstelle deutlich schwächer. So hätten Regierungstruppen in der Stadt Homs mehrere Viertel zurückerobert, als sich die rivalisierende Al-Nusra-Front zurückzog.

In der südlichen Provinz Daraa töteten syrische Regierungstruppen nach Angaben der Beobachtungsgruppe bei einem Überfall am Sonntag 32 Rebellen. Sie waren in einen Hinterhalt gelockt worden. 26 Aufständische seien verletzt worden, 12 weitere würden noch vermisst.

Deutscher aus IS-Haft freigelassen

Medienberichten zufolge ist ein 27-jähriger Deutscher nach rund einem Jahr Gefangenschaft in Syrien aus der Geiselhaft des IS freigekommen. Der Mann aus Brandenburg soll im Juni für eine "substanzielle Gegenleistung" freigelassen worden sein, wie die "Welt am Sonntag" unter Berufung auf Sicherheitskreise berichtet.

Das Bundeskriminalamt, der Krisenstab des Auswärtigen Amtes und der Bundesnachrichtendienst seien mehrere Monate mit dem Fall betraut gewesen. Das Auswärtige Amt wollte dies weder bestätigen noch dementieren. "Wir sagen dazu nichts", teilte eine Sprecherin mit. Gegenüber der "Welt am Sonntag" dementierte das Außenamt, eine Lösegeldzahlung in irgendeiner Art geleistet zu haben.

Wie die Zeitung berichtete, war der Deutsche im Juni 2013 in Syrien von den Extremisten verschleppt worden. Er habe dabei sehr naiv gehandelt und angeblich den Wunsch verspürt, in dem Bürgerkriegsland als humanitärer Helfer aktiv zu werden, hieß es demnach aus Ermittlerkreisen.

Foleys Mörder identifiziert

Zuletzt hatte die per Propagandavideo bekanntgemachte Enthauptung des US-Journalisten James Foley weltweit für Entsetzen gesorgt. Die IS-Kämpfer hatten Foley als Rache für US-Luftangriffe im Nordirak enthauptet und dazu ein Propagandavideo veröffentlicht. Der Reporter war im November 2012 in Syrien verschwunden.

Inzwischen haben britische Geheimdienste den Mörder des US-Journalisten identifiziert. Das meldet die "Sunday Times". Die Zeitung berief sich in ihrem Bericht auf nicht genannte hohe Regierungsquellen. Nach Angaben der Zeitung soll es sich um einen 23-Jährigen aus London handeln. Der Mann habe vor kurzem über Twitter ein Bild von sich verbreitet, auf dem er einen abgetrennten Kopf hochhält, heißt es in dem Bericht.

Entführter US-Journalist wieder frei

Unterdessen kam der vor zwei Jahren in Syrien entführte US-Journalist Theo Curtis wieder frei. "Endlich kehrt er nach Hause zurück", erklärte US-Außenminister John Kerry und bestätigte damit die Freilassung des jungen Mannes. Dieser war zwei Jahre lang in der Hand der radikalislamischen Al-Nusra-Front, des syrischen Ablegers des Terrornetzwerks Al Kaida. Seine Entführung wurde jedoch geheimgehalten. Nach Schätzung des in den USA ansässigen Komitees zum Schutz von Journalisten werden in Syrien noch etwa 20 Journalisten vermisst. Es wird vermutet, dass viele davon sich in der Gewalt des IS befinden.

mak/sti (afp, dpa, rtr)