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Aktuell Afrika

IS greift libysche Ölhäfen an

Seit mehreren Wochen versucht die Dschihadistenmiliz "Islamischer Staat" die Ölhäfen Libyens im Nordosten des Landes unter ihre Kontrolle zu bekommen. Ihr jüngster Vorstoß galt den Ölstädten Al-Sidra und Ras Lanuf.

Brennendes Tanklager (Foto: picture-alliance/dpa)

Schon einmal in 2014 haben in Al-Sidra Tanklager gebrannt

Die libysche Armee konnte den Angriff nach eigenen Angaben stoppen, es kamen bei den Gefechten zwei Wachleute ums Leben. Die Luftwaffe der international anerkannten Regierung in Tobruk habe die Attacke nahe des größten Hafen Libyens, Al-Sidra, vereitelt, sagte ein Sprecher. Später habe die IS-Miliz vergeblich versucht, in die Kleinstadt Ras Lanuf einzudringen. Nach Angaben eines Ölmanagers hat eine Rakete ein 420.000-Barrel-Öltank (66,8 Millionen Liter) getroffen, es stehe in Flammen.

IS in der Stadt Sirte

In der Küstenregion um die seit Juni 2015 vom "Islamischen Staat" (IS) kontrollierten Stadt Sirte sollen sich mehrere tausend bewaffnete Dschihadisten befinden. Die Ölterminals Al-Sidra und Ras Lanuf liegen weiter östlich. Der IS hatte das Machtvakuum nach dem Sturz des langjährigen Machthabers Muammar al-Gaddafi im Jahr 2011 genutzt und sich in der Region breit gemacht. Das Land wird beherrscht von dutzenden bewaffneten Milizen, die neben den beiden rivalisierenden Regierungen und Parlamenten in Tobruk und in der Hauptstadt Tripolis um die Macht ringen.

Abkommen in Gefahr?

Im vergangenen Dezember unterzeichneten Vertreter der beiden Regierungen in Marokko ein unter UN-Vermittlung vereinbartes Abkommen für einen Ausweg aus der Staatskrise. Der Vertrag sieht eine Einheitsregierung mit Sitz in Tripolis und einen Präsidialrat für eine Übergangszeit von zwei Jahren vor. Außerdem soll ein neues Parlament gewählt und eine Verfassung verabschiedet werden. Das Abkommen ist aber unter anderem innerhalb der Parlamente umstritten.

fab/ww (afp, dpa, rtr)