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Aktuell Nahost

IS greift erneut Kobane an

Die Schlacht um die Grenzstadt Kobane in Syrien ist wieder aufgeflammt. IS-Kämpfer greifen die Kurdenmilizen an. In der Stadt Al-Hassaka ist die Dschihadistenmiliz ebenfalls auf dem Vormarsch.

Die Terrormiliz Islamischer Stadt (IS) ist abermals in die nordsyrische Kurdenstadt Kobane eingedrungen. Wie die Syrische Beobachtungsstelle für Menschenrechte mitteilte, verübte die Gruppe einen Selbstmordanschlag, bei dem mindestens 35 Menschen getötet wurden. Anschließend lieferten sich IS-Kämpfer Gefechte mit kurdischen Einheiten. Anderen Berichten zufolge soll es später einen zweiten Selbstmordanschlag gegeben haben. Die an der türkischen Grenze gelegene Stadt war im vergangenen Herbst und Winter heftig umkämpft gewesen. Erst im Januar hatten die Kurden die IS-Dschihadisten vollständig aus Kobane zurückgedrängt.

Die Türkei wies Vorwürfe zurück, dass die Extremistengruppe von türkischem Gebiet aus auf Kobane vorgestoßen sei. Die Kämpfer hätten aus Richtung der syrischen Stadt Dscharablus angegriffen, teilte das Büro des Gouverneurs der Grenzprovinz Sanliurfa mit. Von kurdischer Seite hatte es geheißen, es gebe klare Hinweise, dass die IS-Milizionäre von der Türkei aus losgeschlagen hätten.

Offenbar Massaker an Kurden

Türkische Soldaten an der Grenze zu Syrien; im Hintergrund Kobane (Foto. dpa)

Ankara dementiert, dass IS-Kämpfer von türkischem Territorium aus auf Kobane vorgestoßen seien

Unbestätigten Angaben zufolge richteten IS-Anhänger in einem Dorf südlich von Kobane mindestens 20 Kurden hin, darunter Frauen und Kinder. Die Menschen seien am Donnerstag getötet worden, teilte die Syrische Beobachtungsstelle mit.

Auch im Nordosten Syriens ging der IS in die Offensive. Zwei südliche Bezirke der Großstadt Al-Hassaka sollen laut der in London ansässigen Beobachtungsstelle von IS-Verbänden überrannt worden sein. Zuvor waren die Stadtviertel unter Kontrolle von Regierungstruppen gewesen. Den Angaben zufolge starben bei den heftigen Kämpfen 30 regierungstreue Kämpfer und 20 Dschihadisten. Auch dort habe der Angriff mit mindestens einem Selbstmordattentat auf einen Kontrollpunkt begonnen. "Zivilisten aus diesen und angrenzenden Gebieten fliehen in die nördlichen Stadtteile", sagte Rami Abdel Rahman von der Beobachtungsstelle. Die Feuergefechte hatten am Mittwochabend begonnen und dauerten am Donnerstag noch an.

Al-Hassaka seit langem geteilt

Bislang kontrollieren kurdische Einheiten den Norden und Nordwesten von Al-Hassaka, während der Süden der Stadt von der syrischen Regierung beherrscht wird. Der IS hat bereits mehrfach versucht, in die südlichen Bezirke vorzustoßen. Vor einigen Wochen hatten regierungstreue Einheiten einen Vorstoß abgewehrt.

In der Region um die südsyrische Stadt Deraa schlugen Regierungstruppen nach Angaben des staatlichen Fernsehens Rebellenangriffe zurück. Dabei sollen Dutzende von Rebellen getötet worden sein.

ago/stu (afp, rtr, dpa)