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Aktuell Nahost

IS exekutiert fast 200 Soldaten im Irak

Die Terrorgruppe "Islamischer Staat" hat im Irak 185 Soldaten hingerichtet, die sich bereits ergeben hatten. Unter ihnen waren auch ein General und weitere ranghohe Offiziere.

Die Massenhinrichtungen erfolgten, nachdem die IS-Milizionäre am Vortag eine irakische Militärbasis am Tharthar-See, 70 Kilometer nördlich von Ramadi, und einen Staudamm eingenommen hatten. Den Verteidigern war die Munition ausgegangen, hieß es.

140 Soldaten und Offiziere sollen nach der Erstürmung der Militärbasis an Ort und Stelle erschossen worden sein. Weitere 45 Männer wurden nach Falludscha gebracht und dort hingerichtet. Die Stadt 70 Kilometer westlich von Bagdad ist eine Hochburg des IS in der westlichen Provinz Anbar. Es ist eines der schlimmsten Massaker des IS an Soldaten im Irak, seitdem die Extremisten-Miliz nach der Einnahme von Tikrit im vergangenen Sommer 1300 Rekruten tötete.

Unter den Opfern seien auch General Hassan Abbas Tufan, der Kommandeur der Ersten Division der irakischen Streitkräfte, sowie ein Brigadekommandeur und weitere Offiziere gewesen, hieß es aus Sicherheitskreisen in Bagdad.

Armee stößt in Anbar an ihre Grenzen

Der Verlust eines Divisionskommandeurs und anderer höherer Offiziere wirft nach Meinung von Beobachtern ein Schlaglicht auf die Schwierigkeiten, mit denen die irakischen Streitkräfte bei ihrer Offinsive in Anbar zu kämpfen haben. Ein Gutteil der Provinz wird von der Sunnitenmiliz IS beherrscht: Die Provinzhauptstadt Ramadi ist umkämpft, doch die Armee konnte bislang den Fall Ramadis verhindern. Im Umland scheint sie gegen die gut ausgerüsteten IS-Kämpfer taktisch unterlegen zu sein.

Militärkoalition fliegt elf neue Angriffe

Unterdessen flog die von den USA geführte Militärkoalition neue Luftangriffe gegen den "Islamischen Staat" im Irak und in Syrien. In Syrien wurden vier Stützpunkte und ein Boot des IS in der Nähe der Stadt Kobane getroffen. Im Irak wurden durch die Bombardements Fahrzeuge und Waffen der Terrormiliz in der Nähe von Falludscha und Mossul zerstört. Auch Stützpunkte bei Ramadi und Tal Afar sollen den Angaben zufolge getroffen worden sein.

chr/stu (dpa, rtr)