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Aktuell Nahost

IS erobert zweite Provinz in Syrien

Die IS-Terrorarmee startet eine Offensive auf die letzte Bastion der Assad-Truppen im Osten Syriens. Die Regierungstruppen sollen zur Abwehr Chlorgas eingesetzt haben.

Teile des strategisch wichtigen Militärflughafens Dair al-Sour sollen die Kämpfer des so genannten "Islamischen Staats" (IS) schon überrannt haben. Nach unbestätigten Berichten von Aktivisten der Opposition sind bei den verbissenen Gefechten um eine der letzten Hochburgen der Regierung von Präsident Baschar al-Assad im Osten des Landes in den vergangenen Tagen mehr als 120 Menschen getötet worden. Die Beobachtungstelle für Menschenrechte im Londoner Exil berichtete, die syrische Luftwaffe habe bei der Abwehrschlacht anscheinend auch Chlorgas benutzt. So litten IS-Milizionäre unter Atemproblemen, hieß es.

Die sunnitischen IS-Extremisten hätten zunächst an der Flughafenzufahrt einen Selbstmordattentäter als "Türöffner" eingesetzt, wie die syrische Beobachtungsstelle meldete. Die Assad-Armee reagierte noch einmal mit massiven Bombardements.

Der Fliegerhorst ist die letzte Bastion der syrischen Streitkräfte in der ölreichen Provinz Dair al-Saur, die schon weitgehend unter Kontrolle des IS steht. Das Regime nutzt den Stützpunkt, um Gebiete unter IS-Kontrolle mit Kampfjets und Hubschraubern anzugreifen und die eigenen Truppen zu versorgen. Der Verlust des Flughafens wäre ein schwerer Schlag für Damaskus.

Ende August hatte die Sunnitenmiliz bereits den Militärflughafen al-Tabka nahe ihrer zentralen Machtbasis Al-Rakka eingenommen. Mit der völligen Eroberung Dair al-Saurs könnte die Terrorarmee zusammen mit der Provinz Al-Rakka ein geschlossenes Territorium bis zur irakischen Grenze beherrschen.

Im Libanon brachen nach der Tötung eines weiteren entführten Soldaten durch radikale Islamisten wieder Kämpfe zwischen Armee und Extremisten aus. Die Al-Nusra-Front und der IS hätten nahe der syrischen Grenze das libanesische Militär angegriffen, sagte ein Armeesprecher. Die Al-Nusra-Front, syrischer Ableger des Terrornetzwerks Al-Kaida, hatte zuvor mitgeteilt, sie habe einen entführten libanesischen Soldaten umgebracht. Zugleich drohte sie mit der Hinrichtung weiterer Geiseln.

SC/rb (afpe, rtre, dpa)