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Syrienkonflikt

IS erobert syrische Grenzstadt fast vollständig zurück

Zwei Tage nach der Vertreibung aus der syrischen Stadt Albu Kamal hat die Dschihadistenmiliz "IS" ihre letzte Bastion zurückerobert. Offenbar trickste die Terrormiliz die syrischen Regierungstruppen aus.

Die syrischen Regierungstruppen und verbündete Milizen befänden sich nun ein bis zwei Kilometer vor der Stadtgrenze (Artikelbild), teilte die Syrische Beobachtungsstelle für Menschenrechte mit Sitz in Großbritannien mit.

Der Chef der oppositionsnahen Organisation, Rami Abdel Rahman, erklärte, dem "IS" sei die Rückeroberung Albu Kamals mit Angriffen aus dem Hinterhalt, mit Autobomben und anderen Bomben gelungen. Seiner Einschätzung nach habe der "IS" die Regierungstruppen und ihre Verbündeten ausgetrickst, indem er ihnen das Gefühl vermittelt habe, sie hätten die Kontrolle über die Stadt zurückerlangt.

Kurze Freude über den Sieg bei den syrischen Truppen (Getty Images/AFP/STRINGER)

Kurze Freude über den Sieg bei den syrischen Truppen

Die syrische Armee hatte die Stadt an der Grenze zum Irak mit Unterstützung der russischen Luftwaffe und verbündeter Milizen am Donnerstag nach heftigen, aber kurzen Kämpfen eingenommen. Noch am Donnerstagabend starteten die "IS"-Kämpfer ihren Gegenangriff.

Strategische Bedeutung

Die Grenzstadt Albu Kamal ist strategisch wichtig, da sie die "IS"-Gebiete in Syrien und im Irak miteinander verbindet. Die Extremisten haben nach Angaben der von den USA angeführten Anti-IS-Koalition mittlerweile mehr als 95 Prozent ihres früheren Herrschaftsgebietes in den beiden Ländern verloren. Die Extremisten kontrollieren nur noch wenige von Wüste geprägte Regionen an der Grenze.

Iraks Armee begann am Samstag an der Grenze zu Syrien eine Bodenoffensive, um die letzten "IS"-Gebiete im Land zu erobern. Befreit werden solle der Ort Rawa im Euphrat-Tal, teilte der Kommandeur des Einsatzes, Abd al-Amir Raschid Jarallah, mit.

Offensive der syrischen Armee

Aus Militärkreisen hieß es, die Armee sei bis ins Zentrum der Ortschaft Al-Rumana vorgedrungen. Der "IS" habe sich in die Wüste zurückgezogen. Die Ortschaft liegt nur wenige Kilometer von der Grenze entfernt.

Die Extremisten hatten vor mehr als drei Jahren große Teile des Iraks und Syriens überrannt und dann in den eroberten Gebieten ein Kalifat ausgerufen. In den vergangenen Monaten verloren sie jedoch nacheinander ihre früheren Hochburgen Mossul im Nordirak sowie Al-Rakka und Dair as-Saur in Syrien.

Lebt "IS"-Chef Bagdadi?

Unklar ist, ob "IS"-Anführer Abu Bakr al-Bagdadi noch am Leben ist. Das Vereidigungsministerium in Moskau hatte im Juli gemeldet, er sei möglicherweise bei einem russischen Luftangriff in Syrien ums Leben gekommen. Das US-Militär geht jedoch davon aus, dass er noch lebt.

cgn/fab (afp, dpa)