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Terrorismus

IS bekennt sich zu Terror in London

Die Dschihadistenmiliz "Islamischer Staat" reklamiert den jüngsten Anschlag im Zentrum der britischen Hauptstadt für sich. Premierministerin May betont mit Blick auf den islamischen Extremismus: "Jetzt reicht's!".

Nach dem blutigen Terroranschlag von London hat sich die Terrormiliz "Islamischer Staat" (IS) über ihr Sprachrohr Amak zu Wort gemeldet. Die klare Botschaft: Es war "eine Einheit von IS-Kämpfern", die in der britischen Hauptstadt am Samstagabend mindestens sieben Menschen tötete und etwa 50 weitere verletzte, viele von ihnen lebensgefährlich. In ihren Foren und Chat-Kanälen feierten IS-Sympathisanten den Anschlag, wie die auf die Auswertung radikalislamischer Propaganda spezialisierte "Site Intelligence Group" berichtet.

"Das ist für Allah"

Drei Attentäter waren am Samstagabend mit einem gemieteten Kleintransporter zunächst in eine Menschenmenge auf der London Bridge gerast. Dann stiegen sie aus und attackierten im angrenzenden Kneipenviertel Borough Market willkürlich Personen auf der Straße und in Lokalen mit Messern. Dabei hätten die Täter "Das ist für Allah" gerufen, sagten Augenzeugen übereinstimmend.

Acht Minuten nach dem ersten Notruf erschossen Polizisten die drei Männer. Dazu sei die "beispiellose" Zahl von 50 Schüssen auf die Angreifer abgegeben worden, teilte der Chef der Anti-Terror-Polizei, Mark Rowley, mit.

Mark Rowley, Scotland Yard (picture-alliance/dpa/L. Hurley)

Rowley: "Attacke von drei Individuen verübt"

Die Sicherheitskräfte hatten befürchtet, dass sich die Männer noch in die Luft sprengen. Ihre vermeintlichen Sprengstoffwesten entpuppen sich jedoch als Attrappen. Nach Angaben von Rowley sind sich die Ermittler inzwischen fast sicher, dass die Tat nur von den drei erschossenen Männern ausgeführt wurde. Es müsse aber geklärt werden, ob weitere Personen an der Planung beteiligt gewesen seien.

Die Namen der Attentäter würden veröffentlicht, sobald dies ermittlungstechnisch möglich sei, so die Polizei weiter. Im Zusammenhang mit den Anschlägen wurden mehrere Objekte durchsucht. Derzeit befinden sich zwölf Verdächtige in Gewahrsam, wie Scotland Yard am Montag mitteilte. Die Razzien fanden in den Vierteln Newham und Barkin statt.

May zeigt harte Kante

Premierministerin Theresa May kündigte eine härtere Gangart gegen den islamischen Extremismus an. Sie wolle diese Strömung in der britischen Gesellschaft "ausrotten", sagte May.

Theresa May (picture alliance/dpa/A.Matthews)

May: Bisher "viel zuviel Toleranz für Extremismus"

"Wir können und dürfen nicht so tun, als könne alles so weitergehen wie bisher." Die langjährige Innenministerin sprach sich für neue Anti-Terror-Maßnahmen aus, darunter ein entschlosseneres Vorgehen gegen islamistische Propaganda im Internet und härtere Strafen für Terrordelikte.

Londons Bürgermeister Sadiq Khan rief dazu auf, bei einer Mahnwache im Potters Fields Park an diesem Montag den Opfern zu gedenken. Es gehe darum, "der Welt zu zeigen, dass wir gemeinsam denjenigen entgegenstehen, die uns und unsere Lebensart schädigen wollen", teilte Khans Büro mit. "Wir werden diese Feiglinge nie gewinnen lassen, und wir werden uns nie vom Terrorismus einschüchtern lassen."

Trauer und Solidarität

Es ist bereits das dritte Mal in weniger als drei Monaten, dass Großbritannien von einem Anschlag erschüttert wird. Im März waren im Londoner Stadtteil Westminster fünf Menschen getötet worden, als ein Islamist - ebenfalls mit einem Kleintransporter - Passanten attackierte und anschließend einen Polizisten erstach. Vor knapp zwei Wochen hatte sich ein Selbstmordattentäter bei einem Popkonzert in Manchester in die Luft gesprengt und dabei 22 Menschen mit in den Tod gerissen.

Brandenburger Tor in britischen Nationalfarben (Picture-Alliance/dpa/J. Carstensen)

In den britischen Nationalfarben: das Brandenburger Tor

International löste das jüngste Attentat wieder Bestürzung aus, auch Bundeskanzlerin Angela Merkel äußerte sich betroffen: "Wir sind heute über alle Grenzen hinweg im Entsetzen und der Trauer vereint." Als Zeichen der Solidarität mit London und seinen Bewohnern wurde in Berlin am Sonntagabend das Brandenburger Tor mit dem "Union Jack", der britischen Flagge, angestrahlt.

wa/kle (rtr, dpa, afp)

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