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Aktuell Welt

Irischer Nobelpreisträger Heaney ist tot

Er zählt zu den bedeutendsten englischsprachigen Dichtern. In vielen seiner Werke thematisierte er die konfliktreiche Geschichte seiner Heimat Nordirland. Nun ist Literaturnobelpreisträger Seamus Heaney gestorben.

Der Schriftsteller sei nach "kurzer Krankheit" im Alter von 74 Jahren in einem Krankenhaus in Dublin gestorben, teilte seine Familie mit. Er sei ein großartiger Botschafter für die Literatur, aber auch für Irland gewesen, sagte der irische Kulturminister Jimmy Deenihan.

Mit dem Nobelpreis für Literatur war Heaney im Jahr 1995 ausgezeichnet worden. Damit ehrte die Jury seine "lyrische Schönheit und ethische Tiefgründigkeit, die alltägliche Wunder und eine lebendige Vergangenheit" verarbeite.

Erste Gedichte als Student veröffentlicht

Heaney kam am 13. April 1939 in der Grafschaft Derry westlich der nordirischen Hauptstadt Belfast zur Welt. Als ältestes von neun Kindern in einer katholischen Familie wuchs er zunächst auf einer Farm auf dem Land und später in einem Internat auf.

Seine ersten Gedichte veröffentlichte Heaney während seines Philologie-Studiums in Belfast. 1966 publizierte er seinen Gedichtband "Death of a Naturalist", der ihm mehrere Preise einbrachte. In vielen seiner Werken setzte sich Heaney mit der Geschichte Nordirlands und dem Konflikt in seinem Heimatland auseinander. Die Gedichtbände "North" (deutscher Titel "Norden") von 1975 und "The Spirit Level" ("Die Wasserwaage") von 1996 zählen zu seinen bedeutendsten Arbeiten.

Der Lyriker, Essayist und Übersetzer arbeitete auch als Dozent an mehreren Hochschulen. Er lehrte in Irland, Großbritannien und den USA, unter anderem an den Universitäten Harvard und Oxford. Seine literarischen Aufzeichnungen hatte Heaney bereits vor zwei Jahren größtenteils der irischen Nationalbibliothek vermacht. Heaney war verheiratet, er hatte zwei Söhne und eine Tochter.

rk/kis (afp, dpa)