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Aktuell Europa

Iren haben über Homo-Ehe abgestimmt

Ausgerechnet das katholische Irland könnte das weltweit erste Land werden, das die Ehe für gleichgeschlechtliche Paare per Volksentscheid einführt. Die Abstimmung ist zu Ende, jetzt wird auf das Ergebnis gewartet.

Mehr als 3,2 Millionen Iren waren aufgerufen, darüber abzustimmen, ob bei einer Eheschließung künftig das Geschlecht der Ehepartner keine Rolle mehr spielen soll. Nach 15 Stunden endete um 23 Uhr Ortszeit die Abstimmung. Jetzt wird mit Spannung auf den Ausgang des Referendums gewartet. Die Auszählung der Stimmen soll am Samstagmorgen beginnen.

Umfragen sagen ein mehrheitliches "Ja" voraus. Irische Medien berichteten über zahlreiche Wähler, die mit der Fähre aus dem benachbarten Großbritannien und sogar per Flugzeug aus dem Ausland in ihre Heimat zurückgekommen sind, um von ihrem Wahlrecht Gebrauch zu machen. Beobachtern zufolge könnte das Votum aber auch anders ausgehen, da viele Gegner des Vorhabens ihre Meinung nicht öffentlich preisgegeben hätten.

Die Regierung um den konservativen Premierminister Enda Kenny und alle politischen Parteien unterstützen die Homo-Ehe. Die katholische Kirche, die Irland stark prägt, machte immer wieder ihre strikte Ablehnung deutlich.

Bei der Abstimmung ging es um eine Veränderung der 77 Jahre alten irischen Verfassung, die bislang die Ehe als Bund zwischen Mann und Frau definiert. Bei einem Scheitern des Referendums bleibt homosexuellen Paaren in Irland die Möglichkeit der 2011 eingeführten eingetragenen Partnerschaft. Diese bietet Partnern aber weniger Rechte, vor allem bei Sozialleistungen oder dem Sorgerecht für Kinder bei Trennungen.

Referendum zur Homo-Ehe. Nonnen auf dem Weg zur Stimmabgabe (Foto: picture alliance/AP)

Auf dem Weg zur Wahl ...

Bis 1993 war in Irland Homosexualität sogar noch verboten. Im Falle der Einführung der Homo-Ehe bleibt es den Kirchen weiterhin freigestellt, ob sie gleichgeschlechtliche Paare trauen wollen. Schwulen und Lesben bliebe als Alternative eine standesamtliche Zeremonie.

Zweite Frage: Mindestalter für den Präsidenten

Gleichzeitig zur Abstimmung über die Homo-Ehe haben die Iren in einer zweiten Referendumsfrage über das Mindest-Wählbarkeitsalter ihres Präsidenten abgestimmt. Es soll von 35 auf 21 Jahre herabgesetzt werden. Dieser Vorschlag hat nicht die erklärte Unterstützung der Regierung. Der amtierende Präsident Michael D. Higgins ist 74 Jahre alt.

qu/nin (dpa, afpe, BBC)