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Aktuell Welt

Irans Ayatollah wirft USA Hinterhältigkeit vor

Irans oberster Führer Ali Chamenei hat sein Team für die Atomverhandlungen zur Vorsicht gemahnt: Dem Westen könne man nicht vertrauen. Vor allem an die US-Republikaner teilte er aus.

"Meine Sorge ist die Gegenseite, die trügerisch ist und einen in den Rücken stechen könnte", sagte Chamenei (Artikelbild) im Staatsfernsehen. Bei einem Treffen mit Irans Präsident Rohani und einigen Klerikern fügte er hinzu, dass der Ton der Gegenseite, vor allem der USA, immer rauer und grober würde, je mehr die Verhandlungen fortschritten und eine Lösung in Sicht sei. In der Theokratie Iran, die neben klerikalen allerdings auch demokratische Institutionen besitzt, ist der Ayatollah der oberste politische und geistige Führer. Er hat damit auch bei den Atomverhandlungen das letzte Wort.

Republikaner schießen schwer

Den Hintergrund für Chameineis Warnungen bildet ein Offener Brief, den die US-Republikaner kürzlich an die iranische Führung geschickt hatten. In dem Schreiben warnen 47 Senatoren die Iraner, dass es ohne die Zustimmung des von ihnen dominierten Parlaments kein langfristiges Abkommen geben werde.

Die Republikaner sind strikt gegen den von Präsident Obamas Demokraten geplanten Atomdeal mit dem Iran. Sie haben den Präsidenten bereits mit der Einladung von Israels Ministerpräsident Benjamin Netanjahu brüskiert, der vergangene Woche vor beiden Kongresskammern vor einem Abkommen mit Teheran warnen durfte. Obamas Demokraten werteten die nicht mit dem Weißen Haus abgesprochene Rede als diplomatischen Affront.

Weitere Treffen geplant

Die US-Regierung und Teheran wollen bis Ende März die Weichen für eine Grundsatzeinigung in dem zwölfjährigen Atomstreit stellen. Ein umfassendes Abkommen soll dann bis Juli erzielt werden. Dabei will der Westen sicherstellen, dass der Iran nicht in den Besitz von Atomwaffen gelangt. Die Führung in Teheran fordert eine Aufhebung von Sanktionen, um die Wirtschaft wieder anzukurbeln.

Die Außenminister des Irans und der USA, Mohammed Dschawad Sarif und John Kerry, werden sich am Sonntag im schweizerischen Lausanne zu bilateralen Atomverhandlungen treffen. Am Montag wird Sarif in Brüssel auch Gespräche mit seinen britischen, deutschen und französischen Kollegen sowie der EU-Außenbeauftragten Federica Mogherini führen.

chr / cr (dpa, rtr)