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Aktuell Welt

Irans Außenminister Sarif signalisiert Dialogbereitschaft

Der Chefdiplomat in der neuen iranischen Regierung gibt sich zuversichtlich über eine Einigung im Atomstreit. Der Iran sei gar "keine Atommacht", meinte Sarif und distanzierte sich von Ex-Präsident Ahmadinedschad.

Der neue iranische Staatspräsident Hassan Rohani hat die Atompolitik zur Chefsache erklärt und deutlich gemacht, dass er den jahrelangen Streit mit dem Westen in dieser strategisch wichtigen Frage möglichst rasch beilegen möchte. Der als moderat geltende Kleriker hat offenbar großes Interesse daran, die durch internationale Sanktionen mitverursachte Wirtschaftskrise zu lindern. Sein neuer Außenminister Mohammed Dschawad Sarif schlug jetzt in die selbe Kerbe und demonstrierte Zuversicht über einen baldigen Durchbruch in den Atomverhandlungen mit den UN-Vetomächten und Deutschland ab September.

"Wir haben nicht all unsere Möglichkeiten in den Atomverhandlungen ausgeschöpft, das werden wir nun aber tun", gab sich Sarif in einem Interview des Staatsfernsehens selbstkritisch. Weitere Details nannte er noch nicht.

Hat Ahmadinedschad zu hoch gepokert?

Der Teheraner Chefdiplomat kritisierte zugleich die Rhetorik des ehemaligen Präsidenten Mahmud Ahmadinedschad. "Wenn man den Iran in der Welt als Atommacht darstellt, muss man dann auch mit unangenehmen internationalen Reaktionen oder gar Drohungen rechnen", kommentierte Sarif. Der Iran sei aber lediglich ein Land mit einem friedlichen Atomprogramm und keine Atommacht: "Man sollte in der Außenpolitik mit solchen Bemerkungen sehr vorsichtig sein". Sarif machte aber auch deutlich, dass man sich nicht durch internationale Sanktionen unter Druck setzen lasse.

Präsident Rohani will den Modus der Atomverhandlungen ändern und nicht länger den Sekretär des Sicherheitsrates, sondern Sarif in die Treffen schicken. Dieser erklärte sich bereit, auch die Führung in den Atomverhandlungen zu übernehmen. Eine endgültige Entscheidung über den neuen Modus werde es bis Ende August geben, so der Minister.

Kurz zuvor hatte der iranische Vertreter bei der Internationalen Atomenergieagentur IAEA, Ali Asghar Solatnieh, das Ende seiner Arbeit in Wien verkündet.

SC/wl (dpa, APE, afp)