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Kurdenkonflikt

Iran zieht Panzer an der Grenze zur irakischen Kurdenregion zusammen

Der Iran hat nach Darstellung der Kurden im Nordirak Panzer an der Grenze zu ihrer autonomen Region zusammengezogen. Vermutlich sollten sie an einem gemeinsamen Manöver mit den irakischen Streitkräften teilnehmen.

Iran - Militär (ILNA/M. Safari)

Iranischer Panzer (Archivbild)

"Die Panzer sind von der kurdischen Seite aus zu sehen", sagte ein Kurden-Vertreter der Nachrichtenagentur Reuters. Es handle sich um etwa ein Dutzend Fahrzeuge, begleitet von Artillerie.

Nach Angaben iranischer Medien erfolgen die Panzerbewegungen im Rahmen eines gemeinsam mit dem Irak abgehaltenen Militärmanövers. Die zweitägige Übung eine Woche nach dem "illegalen" Unabhängigkeitsreferendum soll nach Angaben der Nachrichtenagentur Fars den Willen der beiden Nachbarländer gegen eine "Aufspaltung der Region" demonstrieren.

Kurdenkonflikt eint Iran und Iran

An dem Manöver sind demnach Panzer, Artillerie, Drohnen und Flugzeuge beteiligt. Laut dem iranischen Staatsfernsehen ist das Aktionsgebiet die iranische Grenzprovinz Kermanschah nahe dem Übergang Parwis Chan. Nach kurdischen Angaben wurden irakische und iranische Einheiten auch nahe Hadsch Omran im Norden und in Berwis in der ostirakischen Provinz Dijala gesichtet.

Der kurdische Zollchef Schewan Abu Bakr an dem weiter nördlich gelegenen irakisch-iranischen Grenzübergang Baschmach sagte der Nachrichtenagentur AFP, Bulldozer würden Gräben ausheben und Wege planieren.

Laut Experten handelt es sich bei den iranisch-irakischen Manövern um die ersten seit der islamischen Revolution im Iran 1979. Nach dem umstrittenen Unabhängigkeitsreferendum der Kurden im Nordirak vor einer Woche hatten die Regierungen in Bagdad und Teheran ein Manöver angekündigt, offenbar um den Druck auf die nach Autonomie strebenden Kurden zu erhöhen. Das staatliche iranische Fernsehen hatte am Samstag von einer Einigung mit dem Irak auf Maßnahmen für die Grenzsicherheit berichtet.

In den vergangenen Tagen hatten bereits der Irak und die Türkei Manöver im Grenzgebiet abgehalten.

Bei der Abstimmung am 25. September hatte eine große Mehrheit der irakischen Kurden für die Unabhängigkeit von Bagdad votiert. Die irakische Regierung und Nachbarländer wie der Iran und die Türkei erkennen das Ergebnis nicht an.

Ausnahmeregelung für Ausländer

Um Ausländern die Ausreise aus der kurdischen Autonomieregion im Nordirak zu ermöglichen, erlaubte Bagdad ihnen am Montag ausnahmsweise, auch mit einem Visum der Autonomieregion in den Irak einzureisen. Sie dürften ohne Zahlung eines Bußgelds oder ein Ausreisevisum über Bagdad das Land verlassen, sagte Innenminister Kassem al-Aradschi. Am Samstag hatte die Zentralregierung in Bagdad alle internationalen Flüge in die Kurdenregion ausgesetzt.

qu/uh (rtr, dpa, afp)

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