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Fußball international

Iran wirft zwei Spieler aus Nationalteam

Wegen ihres Einsatzes für Panionios Athen gegen einen israelischen Fußballklub dürfen der bisherige Kapitän Masoud Shojaei und dessen Mittelfeldkollege Ehsan Hajisafi nicht mehr für das Auswahlteam des Irans auflaufen.

Der Iraner Masoud Shojaei (r.) kämpft mit dem Chilenen Charles Mariano (l.) um den Ball (Foto: picture-alliance/CITYPRESS24)

Das ist nun Vergangenheit: Der Iraner Masoud Shojaei (r.) liefert sich mit dem Chilenen Charles Mariano ein Laufduell

Zwei Schlüsselspieler der iranischen Fußball-Nationalelf sind aus dem Team ausgeschlossen worden, weil sie mit ihrem Verein gegen eine israelische Mannschaft gespielt hatten. Damit werden der Kapitän Massoud Schojaei und sein Vertreter Ehsan Hajsafi auch für die Weltmeisterschaft 2018 in Russland gesperrt, für die der Iran sich bereits qualifiziert hat.

"Die beiden Spieler haben die roten Linie überschritten und wurden daher aus der Nationalmannschaft ausgeschlossen", teilte der Vizesportminister Mohamed Resa Dawarsani mit. Für das Sportministerium seien die Verpflichtungen der Spieler mit Blick auf die Werte des Volkes und die Rechte der Palästinenser wichtiger als die Pflichten bei ihrem Verein, meinte der Vizeminister laut iranischen Medienberichten.

Düsseldorfs Kevin Akpoguma (l.) und Frankfurts Ehsan Haji Safi kämpfen um den Ball (Foto: picture-alliance/dpa/M.Hitij)

Mai 2016: Ehsan Hajisafi (r.) im Trikot des FSV Frankfurt

In der Europa-League-Qualifikation waren Schojaei und Hajsafi mit ihrem griechischen Club Panionios Athen gegen das israelische Team von Maccabi Tel Aviv angetreten. Beide hatten ihre Einsätze im Hinspiel auf israelischem Boden verweigert, obwohl Panionios den Iranern mit Geldstrafen gedroht hatte. Im Rückspiel in Athen liefen sie allerdings auf. Wegen der politischen Spannungen mit Israel erlaubt Teheran es iranischen Sportlern seit über 38 Jahren nicht, gegen Israelis anzutreten.

Zieht die FIFA Konsequenzen?

Iranische Fans befürchten nun, dass der Ausschluss der Spieler Konsequenzen beim Weltverband FIFA haben und eventuell gar zu einer Disqualifikation des Irans bei WM 2018 führen könnte. Gemäß Artikel 3 der FIFA-Statuten ist "jegliche Diskriminierung eines Landes, einer Einzelperson oder von Personengruppen aufgrund von ethnischer Herkunft, Geschlecht, Sprache, Religion, Politik oder aus einem anderen Grund ist unter Androhung der Suspendierung und des Ausschlusses verboten".

Prominente iranische Fußballer, darunter der frühere Bayern-Profi Ali Karimi, unterstützen ihre Kollegen öffentlich. Ali Kafashian, Vizepräsident des iranischen Verbandes, hatte die Spieler dazu aufgerufen, an ihrer Weigerung gegen einen Einsatz festzuhalten, "selbst wenn ihre Verträge gekündigt werden". Das israelische Außenministerium hingegen lobte Shojaei und Hajisafi, der in der Saison 2015/16 beim FSV Frankfurt unter Vertrag gestanden hatte, für ihre Einsätze.

ck/to (dpa, sid)