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Aktuell Nahost

Iran wirft Saudi-Arabien Botschaftsbeschuss vor

Der Konflikt zwischen Iran und Saudi-Arabien eskaliert weiter. Nach Angaben aus Teheran sollen saudische Kampfflugzeuge die iranische Botschaft im Jemen getroffen haben. Ein Augenzeuge sieht keinen Hinweis darauf.

Der Iran hat Saudi-Arabien vorgeworfen, seine Botschaft im Jemen mit Kampfflugzeugen angegriffen zu haben. Dabei sollen Teile der Botschaft in der Hauptstadt Sanaa beschädigt und einige Sicherheitsbeamte verletzt worden sein. "Wir verurteilen diesen bewussten und vorsätzlichen Angriff Saudi-Arabiens", sagte ein Außenamtssprecher in Teheran. Ein Reporter der Nachrichtenagentur Associated Press sagte dagegen, er könne keine Schäden an dem Gebäude erkennen. Nach der Hinrichtung eines schiitischen Geistlichen in Saudi-Arabien am Wochenende hatten aufgebrachte Iraner die Botschaft des Königreichs in Teheran gestürmt. Saudi-Arabien und mehrere seiner Verbündeten brachen daraufhin die diplomatischen Beziehungen zum Iran ab.

Die von Saudi-Arabien geführte Militärallianz, die im Jemen gegen schiitische Huthi-Rebellen kämpft, kündigte eine Überprüfung der Angriffsvorwürfe an. Huthi-Rebellen hätten mehrere geräumte Botschaften für ihre Kampfeinsätze genutzt, sagte ein Sprecher des Bündnisses. Luftangriffe, die am Mittwochabend auf Sanaa geflogen worden seien, hätten Raketenwerfern der Huthi-Rebellen gegolten.

Stellvertreterkrieg im Jemen

Das sunnitische Saudi-Arabien bekämpft zusammen mit anderen sunnitischen Staaten die Huthi-Miliz in seinem Nachbarland Jemen. Die Huthi werden vom Iran unterstützt, der sich als Schutzmacht der Schiiten begreift. Der Krieg im Jemen gilt als Stellvertreterkonflikt zwischen Saudi-Arabien und dem Iran.

Die Huthi-Rebellen haben weite Teile des Jemens unter ihre Kontrolle gebracht, darunter auch Sanaa. In dem seit neun Monaten anhaltenden Konflikt wurden fast 6000 Menschen getötet, die Hälfte von ihnen Zivilisten.

Im Zuge der zunehmenden Spannungen in der Golfregion verhängte Iran ein Einfuhrverbot für sämtliche Produkte aus Saudi-Arabien. Überdies wurde ein Verbot für Pilgerreisen nach Mekka auf unbefristete Zeit bestätigt, wie auf der Website der iranischen Regierung mitgeteilt wurde.

ago/wl (rtr, ape, dpa, afp)