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Politik

Iran will zwei weitere Uran-Anlagen bauen

Langfristig will Teheran 20 Fabriken betreiben, um Uran anzureichern. Die Erklärungen des Regimes, dies diene nur zivilen Zwecken, glaubt weltweit fast niemand mehr.

Iran - Atomkraftwerk Buschehr (Quelle: ISNA)

Iran - Atomkraftwerk Buschehr

Erst vor wenigen Tagen warnte die Internationale Atomenergiebehörde, der Iran arbeite möglicherweise an einer Atomwaffe. Nun geht das Regime in Teheran mit neuen Ankündigungen an die Öffentlichkeit. Man werde in den kommenden Monaten mit dem Bau von zwei weiteren Anlagen zur Uran-Anreicherung beginnen, sagte der Chef der iranischen Atomenergiebehörde, Ali Akbar Salehi, am Montag (22.2.2010). Beide Fabriken sollten dieselbe Kapazität haben wie die bereits in Betrieb befindliche Anlage in Natans, hieß es. Dort hatte die Regierung Anfang des Monats die Produktion von auf 20 Prozent angereichertem Uran gestartet – trotz Protesten der internationalen Staatengemeinschaft. Zur Fertigstellung einer Atombombe bräuchte der Iran jedoch auf 80 Prozent angereichertes Uran.

Schutz vor Angriffen

Frauen mit schwarzen Schleiern im Vordergrund, Frabrikgebäude und Berge im Hintergrund (Foto: AP)

Uranaufbereitungsanlage in Isfahan



Zum Schutz vor möglichen Angriffen aus dem Ausland werde man die neuen Fabriken unterirdisch bauen und habe hierfür Standorte in den Bergen ausgewählt, erklärte Salehi. Und dies sei nur der Anfang. Bei drei weiteren Bau-Projekten habe man sich bereits für einen Standort entschieden. Mittelfristig plane man die Errichtung von zehn Uran-Anreicherungsanlagen, langfristig sogar 20.

IAEO: "Glaubhafte Informationen"

Nach Angaben der Regierung ist das Atom-Programm ausschließlich für zivile Zwecke bestimmt – etwa für den Betrieb medizinischer Geräte. Doch selbst die in der Regel auf diplomatische Zurückhaltung bedachte Internationale Atomenergie-Behörde zieht diese Erklärungen Teherans mittlerweile öffentlich in Zweifel. Der neue IAEA-Generaldirektor Yukiya Amano schrieb Mitte Februar in einem Bericht von "glaubhaften Informationen" über mögliche Aktivitäten Irans, die im Zusammenhang mit Nuklearwaffen stehen könnten. Die UN-Behörde bezweifle zudem die Einschätzung des amerikanischen Geheimdienstes, Teheran habe 2003 die konkrete Entwicklung und Produktion von Atomwaffen gestoppt. Diese Einschätzung könnte bis 2007 gestimmt haben, inzwischen scheine der Iran unter dem Deckmantel seines zivilen Atomprogramms die Entwicklung von Nuklearwaffen aber wieder voranzutreiben, heißt es in dem ersten unter Amano erstellten Bericht über den Iran.

Autor: Christian Fähndrich (mit dpa, apn, rtr)

Redaktion: Hajo Felten

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