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Nahost

Iran will US-Touristin aus Haft entlassen

Das diplomatische Tauziehen um die drei im Iran inhaftierten US-Rucksacktouristen scheint ein vorläufiges Ende gefunden zu haben. Teheran kündigte an, eine der Wanderinnen am Wochenende frei zu lassen.

Sarah Shourd umarmt ihre Mutter in einem Hotel in Teheran im Mai 2010 (Foto: AP)

Sarah Shourd, links, bei einem Treffen mit ihrer Mutter in Teheran im Mai 2010

Hoffnungen auf ein Ende der Haft für die 31-jährige Sarah Shourd und ihre Familie: Am Donnerstag (09.09.2010) kündigte der Iran die Freilassung der seit 14 Monaten inhaftierten Amerikanerin an. Sie werde zum Ende des heiligen Ramadan auf freien Fuß gesetzt, bestätigte die iranische UN-Vertretung. Am Samstag sind Medienvertreter in ein Teheraner Hotel eingeladen, um über die Freilassung zu berichten, erklärte das iranische Kulturministerium.

Illegaler Grenzübertritt

Shane Bauer(links) Sarah Shourd und Josh Fattal bei einem Treffen mit ihren Müttern in einem Hotel in Teheran (Foto: AP)

Den drei inhaftierten Amerikanern wird illegale Grenzüberschreitung vorgeworfen

Beobachter vermuten, das Shourd wegen gesundheitlicher Probleme entlassen wird. Ihre Mutter hatte immer wieder erklärt, die junge Amerikanerin leide unter Depressionen und einer Vorstufe von Krebs. Wie es um die Gesundheit der beiden 27-jährigen Mithäftlinge Shane Bauer und Josh Fattal steht, ist nicht bekannt.

Die drei US-Amerikaner waren am 31. Juli 2009 bei einer Wanderung wegen illegalen Grenzübertritts vom Irak in den Iran von Militär festgenommen worden. Sie selbst gaben an, ungewollt in einer bergigen Grenzregion im kurdischen Nordirak auf iranisches Territorium abgekommen zu sein. Teheran legte den US-Touristen zunächst Spionage zur Last, weil alle drei angeblich junge Journalisten seien. Im Iran ist Ausländern journalistisches Arbeiten ohne vorherige Genehmigung streng verboten. Der Vorwurf der Anklage im Dezember 2009 lautet derzeit nicht Spionage, sondern illegaler Grenzübertritt.

Obama fordert Freilassung

Mit einem Appell hatte sich Anfang August US-Präsident Barack Obama an die Regierung in Teheran gewandt und die Freilassung seiner drei Landsleute gefordert. Sie hätten keine Verbrechen begangen und ihre Haft verstoße gegen die internationale Menschenrechtskonvention, so Obama. Ihre ungerechte Festnahme habe nichts zu tun mit den Themen, die die USA und die internationale Staatengemeinschaft von der iranischen Regierung trenne, so der US-Präsident weiter. Die USA und andere Staaten werfen dem Iran vor, unter dem Deckmantel der zivilen Nutzung nach Atomwaffen zu streben. Der Iran bestreitet dies.

Mütter besuchen Inhaftierte im Hotel

Nach der Ankündigung der iranischen Regierung Sarah Shourd am Wochenende freizulassen, wollen die USA nun über die Schweizer Botschaft in Teheran den Wahrheitsgehalt der Ankündigung überprüfen lassen. Die Schweiz vertritt die Interessen der USA, weil die Amerikaner selbst keine diplomatischen Beziehungen mit dem Iran unterhalten.

In einer ersten Stellungnahme teilten die Mütter der drei Inhaftieren ihre Erleichterung über die angekündigte Freilassung mit. Sie hofften, dass alle drei bald wieder in die USA zurückkehren dürften. Im Mai hatten sie ihre Kinder in einem Hotel in Teheran besuchen dürfen. Die drei würden "gut behandelt" und seien bei einigermaßen guter Gesundheit, hatte Norah Shourd anschließend erklärt. Es laste jedoch ein enormer "psychologischer Druck" auf ihnen.

Autorin: Stephanie Gebert (dpa, ap, afp,rtr)

Redaktion: Thomas Kohlmann

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