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Welt

Iran will Kriegsschiffe in US-Gewässer schicken

Der Iran kündigt an, seine Marine in US-Gewässer zu entsenden - und rüstet auf. Gleichzeitig droht Frankreich mit einem Militäreinsatz, falls der Iran an seinem Atomprogramm festhält und warnt vor katastrophalen Folgen.

Iranisches Kriegsschiff (Foto: IRNA)

Bald auch in Ihren Weltmeeren: Iranische Marine

Wenn Irans Generäle mit ihren Säbeln rasseln, dann werden schwere militärische Geschosse aufgefahren: Der Iran habe seine Marine mit computergesteuerten Raketen ausgestattet, sagte Verteidigungsminister General Ahmad Vahidi am Mittwoch (28.09.2011). Diese sind Teil eines großangelegten Waffenprogramms, das im Iran entwickelt und hergestellt wird. Die Raketen könnten Ziele in einem Radius von 200 Kilometern treffen, erklärte der General.

Am Vortag hatte der Kommandeur der iranischen Marine über die staatliche Nachrichtenagentur Irna verkünden lassen, dass er die iranische Kriegsflotte in US-Hoheitsgewässern schicken werde. "Da die Amerikaner illegitim in unseren Gewässern sind, wird auch unsere Flotte demnächst eine starke Präsenz in amerikanischen Hoheitsgewässern haben", sagte Habibollah Sajari weiter. Er ließ offen, wann und über welche Route Teheran die Schiffe in den Atlantik entsenden will.

Präsident Ahmadinedschad in New York (Foto: AP)

Präsident Ahmadinedschad zeigt sich kampfbereit

Iranische Marine bereits im Mittelmeer

Die iranische Marine verstärkt seit vergangenem Jahr ihre Präsenz in internationalen Gewässern. Um iranische Handelschiffe vor Angriffen somalischer Piraten zu schützen, werden regelmäßig Schiffe in den Indischen Ozean und den Golf von Aden gesandt, so die Begründung aus Teheran. Im Februar erreichten iranische Kriegesschiffe über den Suez-Kanal auch das Mittelmeer - ein Manöver, das vor allem in Israel und den USA mit Sorge beobachtet wurde.

Mehr Sorgen bereitet dem Westen allerdings das iranische Nuklearprogramm: Präsident Nicolas Sarkozy hat bereits von einem möglichen "Präventivschlag" gegen den Iran gesprochen, sollte das Land an seinem umstrittenen Nuklearprogramm festhalten. Der Westen hat wiederholt davor gewarnt, dass das iranische Nuklearprogramm für militärische Zwecke missbraucht werden könnte. Die iranische Führung beteuert allerdings, dass das Programm für medizinische Zwecke bestimmt ist. Präsident Ahmadinedschad weigert sich, das Programm zu beenden und Waffeninspektoren ins Land zu lassen.

"Hohes Risiko" eines Militäreinsatzes

Jetzt hat auch sein UN-Botschafter den Iran vor einem Militäreinsatz gewarnt. In einer Diskussionsrunde in New York am Dienstagabend gab sich Gérard Araud ungewöhnlich offen. Der Diplomat, der selbst an Verhandlungen mit dem Iran teilgenommen hat, sagte, die Gefahr eines Konflikts sei der Grund, warum Frankreich, Deutschland, die USA, Russland und China weiter versuchten, mit Teheran zu verhandeln. Araud erklärte, dass die europäischen Unterhändler zu der Erkenntnis gekommen seien, dass der Iran nicht zu weiteren Verhandlungen bereit sei. "Wir haben alles versucht", sagte er. Denn ein Militäreinsatz würde "katastrophale Folgen für die Region" haben.

Sollte es aber zu keiner neuen Verhandlungsrunde über das Programm kommen, bestehe ein "hohes Risiko", dass der Westen militärisch eingreifen werde. Araud ließ offen, welche Länder sich an einem solchen Einsatz beteiligen könnten. Russland und China widersetzen sich neuen Sanktionen, während die US und seine westlichen Alliierten immer wieder im UN-Sicherheitsrat auf neue Sanktionen drängen. Die beiden Nuklearmächte Israel und die US haben bereits durchklingen lassen, dass sie einen Militäreinsatz als letztes Mittel nicht ausschließen werden.

Autorin: Naomi Conrad (afp, dpa)

Redaktion: Dirk Eckert

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