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Nahost

Iran will eine dritte Uran-Anlage bauen

Spätestens im kommenden Frühjahr will der Iran eine weitere Anlage zur Urananreicherung bauen. Die Botschaft ist eindeutig: Auch durch internationale Sanktionen lässt sich Teheran nicht von seinem Atomprogramm abhalten.

Irans Präsident Mahmud Ahmadinedschad besucht die Uran-Anreicherungsanlage in Natans (Foto: dpa)

Reicht für Ahmadinedschads ehrgeizige Atompläne nicht aus: Anreicherungsanlage in Natans

Mit dem Bau einer dritten Anlage zur Urananreicherung solle bis März kommenden Jahres begonnen werden, sagte der Chef der iranischen Atomenergiebehörde, Ali Akbar Salehi, am Montag (16.08.2010) im iranischen Staatsfernsehen. Wo sie stehen soll, sagte Salehi nicht. Die Teheraner Führung hatte mehrfach angedeutet, Atomanlagen künftig nur noch an Orten zu bauen, die vor möglichen Luftangriffen der USA oder Israels sicher seien.

Ahmadinedschad verbietet Kontakte zur Atombehörde IAEA

Der Chef der iranischen Atomenergiebehörde, Ali Akbar Salehi, bei der internationalen Atomenergie-Organisation IAEA (Foto: ISNA)

Der Iran will künftig eine Zusammenarbeit mit der IAEA möglichst vermeiden

Ende kommender Woche will der Iran sein erstes Atomkraftwerk in Betrieb nehmen. Am 21. August soll der mit russischer Hilfe gebaute Reaktor in Buschehr mit Brennstäben bestückt werden. Zudem unterzeichnete Präsident Mahmud Ahmadinedschad ein neues Gesetz, das es der iranischen Regierung verbietet, mit der Internationalen Atomenergie-Behörde (IAEA) über das absolute Minimum hinaus zusammenzuarbeiten.

Teheran hatte im vergangenen Jahr erklärt, das Land benötige zehn neue Anlagen, um den Bedarf an angereichertem Uran zur Energiegewinnung und für medizinische Zwecke zu decken. Bislang arbeitet eine unterirdische Anreicherungsfabrik in Natans. Eine kleinere Anlage nahe der religiösen Schiitenhochburg Ghom ist zurzeit im Bau. Sie liegt innerhalb eines Berges und war im Herbst vergangenen Jahres entdeckt worden. Die Geheimhaltung hatte das Misstrauen der internationalen Gemeinschaft noch verstärkt und zu einer vierten Runde von UN-Sanktionen gegen den Iran geführt.

"Iran bewegt sich nicht in die richtige Richtung"

Seit Jahren schwelt nun schon der internationale Streit um das iranische Atomprogramm. Erst im Juli hatte der UN-Sicherheitsrat die bestehenden Sanktionen verschärft, weil Teheran sich weigert, seine Urananreicherung einzustellen. Die USA, die EU, Australien und Kanada beschlossen zusätzliche Sanktionen. Die iranische Regierung weist internationale Vorwürfe zurück, dass sie den Bau von Atomwaffen anstrebe. Ihr Atomprogramm diene allein friedlichen Zwecken. Niedrig angereichertes Uran wird als nuklearer Brennstoff für Kernkraftwerke benötigt, hoch angereichertes Uran für Atomwaffen.

Großbritannien betrachtet das iranische Atomprogramm mit großer Sorge. Premierminister David Cameron ließ am Montag über seinen Sprecher erklären: "Die Berichte von heute morgen haben uns sicherlich nicht die Bestätigung gegeben, dass der Iran sich in die richtige Richtung bewegt".

Autor: Rolf Breuch (afp, apn, dpa)
Redaktion: Ursula Kissel

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