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Aktuell Nahost

Iran will Atomanlagen aufrüsten

Die Anlage in Natans soll mit neuen Hightech-Zentrifugen bestückt werden. Die Ankündigung platzt mitten in die Vorbereitung für neue internationale Verhandlungen zur Eindämmung der iranischen Nuklearambitionen.

In einem Brief teilte die Internationalen Atomenergiebehörde (IAEA) ihren Mitgliedstaaten mit, die Teheraner Regierung habe vergangene Woche die Installation von leistungsfähigeren Zentrifugen zur Urananreicherung angekündigt. Experten vermuten, dass die Islamische Republik damit die befürchtete Urananreicherung zum Bau einer Atombombe beschleunigen könnte.

Die neuen Zentrifugen sollen in der Anreicherungsanlage in Natans, etwa 225 Kilometer südöstlich von Teheran, verwendet werden, teilten Diplomaten am Sitz der IAEA in Wien mit. Die Rede ist von mehr als 3000 neuen Hightech-Geräten. Ein Zeitrahmen wurde nicht genannt, doch sollen die Arbeiten noch nicht begonnen haben.

Mit den Plänen untergräbt das Regime in Teheran erneut die internationalen Verhandlungen über sein umstrittenes Atomprogramm. Nach monatelanger Pause sollen im Februar wieder Gespräche mit Deutschland und den ständigen Mitgliedern des UN-Sicherheitsrats, USA, Russland, Frankreich, Großbritannien und China, stattfinden. Am 13. Februar soll zudem eine IAEA-Delegation nach Teheran reisen, um die Kontrolle von Atomanlagen wieder aufzunehmen.

Im Auftrag der sechs Parteien hält die EU-Außenbeauftragte, Catherine Ashton, Kontakt zu Teheran. Ohne auf die Ankündigung explizit einzugehen, sagte sie in Brüssel, sie sei zuversichtlich, dass es bald neue Verhandlungen geben werde.

Israel, die Europäische Union und die USA werfen dem Iran vor, unter dem Deckmantel der friedlichen Nutzung von Kernenergie heimlich an Atomwaffen zu bauen. Dagegen behauptet Teheran sein Atomprogramm diene nur friedlichen Zwecken.

In Natans sind bereits mehr als 10.000 Zentrifugen zur Urananreicherung auf einen Reinheitsgrad von vier Prozent in Betrieb. In einer anderen Anlage in Fordo befinden sich rund 3.000 Zentrifugen für eine Anreicherung auf bis zu 20 Prozent. Angereichertes Uran kann sowohl für Brennstäbe als auch zum Bau von Nuklearwaffen verwendet werden. Für den Bau einer Atombombe ist ein Reinheitsgrad von etwa 90 Prozent nötig.

uh/gmf (dapd,rtr,afp)

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