1. Inhalt
  2. Navigation
  3. Weitere Inhalte
  4. Metanavigation
  5. Suche
  6. Choose from 30 Languages

Aktuell Nahost

Iran wieder Ziel eines Hackerangriffs

Der Iran sieht sich erneut als Opfer eines mutmaßlichen Angriffs von Computerhackern. Die Internetattacke zielte offenbar auf das wichtigste Ölexport-Terminal des Landes.

Die halbamtliche Nachrichtenagentur Mehr meldete unter Berufung auf den stellvertretenden Ölminister Hamdollah Mohammadnedschad, wegen des Hackerangriffs seien die Internetverbindungen des wichtigen Ölterminals auf der Insel Charg und anderen Anlagen als Präventivmaßnahme unterbrochen worden.

Virus infiziert Computer

Nach einiger Zeit habe das Terminal wieder normal arbeiten können. Ein Sprecher des Ölministeriums sagte der Agentur Fars, Rechner des Ressorts seien von Hackern am Sonntag mit einem Virus infiziert worden. Dieses habe einige weniger wichtige Dateien gelöscht. Wichtige Daten seien nicht beschädigt worden. Diese lagerten auf internen Servern und seien deshalb geschützt.

Nach Angaben der französischen Nachrichtenagentur AFP konnten die Webseiten des Ölministeriums und der Nationalen Iranischen Ölfirma stundenlang nicht aufgerufen werden. Erst seit Montagabend funktioniere die Ministeriums-Seite wieder. Über das Terminal auf Charg werden rund 80 Prozent der iranischen Erdölproduktion von täglich 2,2 Millionen Barrel abgewickelt.

2010 Angriff mit Stuxnet

Der Vorfall erinnert an einen Cyberangriff auf das Atomprogramm des Irans mit Hilfe des Computerwurms Stuxnet vor rund zwei Jahren. Stuxnet hatte 2010 rund 30.000 Computer lahmgelegt - darunter Rechner des Atomkraftwerks Buschehr in Südiran und angeblich auch von Atomanlagen in Zentraliran. Experten vermuteten damals, der Stuxnet-Wurm sei entweder von Israel oder den USA entwickelt worden, um das Atomprogramm zu schädigen.

Wegen seiner umstrittenen Atomaktivitäten ist der Iran international weitgehend isoliert. Insbesondere der Westen wirft der Regierung in Teheran vor, nach dem Bau von Atomwaffen zu streben. Der Iran weist dies zurück. Das Atomprogramm diene ausschließlich zivilen Zwecken. Neue Gespräche zur Lösung des Konflikts haben in diesem Monat begonnen und sollen im Mai fortgesetzt werden.

wl/pg (dpa,dapd,afp,rtr)