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Aktuell Nahost

Iran verstärkt Uran-Anreicherung

Der Iran treibt nach Angaben der internationalen Atomaufsicht IAEA sein umstrittenes Nuklearprogramm voran. In der Anlage bei Natans schlossen Wissenschaftler hochmoderne Zentrifugen zur Uran-Anreicherung an.

Ein iranischer Atomtechniker bei der Arbeit in einer Uran-Anlage in Isfahan (Foto: afp)

Iran Uran Atomanlage

Die Internationale Atomenergiebehörde (IAEA) berichtete in Wien, der Iran habe in Natans neue leistungsfähige Zentrifugen vom Typ IR-2m angeschlossen. Inspektoren der Behörde sahen in der dortigen Anreicherungsanlage am 6. Februar 180 Zentrifugen vom Typ IR 2m. Sollten die neuen Zentrifugen erfolgreich zum Laufen gebracht werden, könnte der Iran deutlich schneller Uran verdichten.

Schon jetzt hat die Islamische Republik dem Bericht zufolge ihren Vorrat an Uran mit einer Anreicherung von 20 Prozent auf 167 Kilogramm erhöht. Als Ausgangsmaterial für den Bau einer Atomwaffe werden in der Regel 240 bis 250 Kilogramm benötigt. Teheranhatte bereits im Januar angekündigt, seine Anlagen mit modernen Geräten aufzurüsten.

Noch immer kein Zugang in Parchin

Zugleich wandelte der Iran aber nun einen Teil seines auf 20 Prozent angereicherten Urans in Brennstoff für einen Forschungsreaktor um. So umgewandeltes Uran kann nicht mehr zum Bau einer Atombombe verwendet werden. Die UN-Atomaufsicht bemängelte in ihrem Bericht ferner, dass der Iran den internationalen Inspektoren zuletzt keinen Zugang zur Militäranlage in Parchin gewährt habe. Dies unterlaufe die Bemühungen der IAEA, Licht in das umstrittene Atomprogramm zu bringen.

Der Iran steht im Verdacht, heimlich an Atomwaffen zu arbeiten. Vor allem Israel sieht sich angesichts zahlreicher Vernichtungsdrohungen der iranischen Führung durch das Nuklearprogramm bedroht. Die Regierung in Teheran weist die Vorwürfe zurück. Demnach soll das Programm rein zivilen Zwecken dienen. Allerdings hat der Iran unabhängige Kontrollen seiner Atomanlagen in der Vergangenheit immer wieder behindert und damit Zweifel an seinen friedlichen Absichten genährt.

Neuer Vorstoß bei Atomgeprächen?

Der jüngste Bericht der Atomaufsicht dürfte die Verhandlungen der Sechser-Gruppe mit den iranischen Atomunterhändlern am kommenden Dienstag überschatten. Dann sollen in Kasachstan Gespräche zwischen dem Iran, Deutschland und den fünf ständigen Mitgliedern des UN-Sicherheitsrats - USA, Frankreich, Großbritannien, Russland und China – beginnen. Die sogenannte 5+1-Gruppe will allerdings der Führung in Teheran eine neue Lösung vorschlagen. "Wir werden ein aktualisiertes Angebot machen, das neue substanzielle Elemente enthält", teilte das Außenministerium am Donnerstag in Paris mit.

kle/mak (rtr, afp, apd, dpa)

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