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Nahost

Iran vermeldet erfolgreiche Raketentests

Wieder einmal berichtet der Iran von einer erfolgreichen Militäraktion: Diesmal geht es um eine neue Boden-zu-Boden-Rakete namens "Sejil".

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Iranischer Raketentest (Archivbild)

Die Tests wurden im Rahmen einer Miltitärübung der iranischen Revolutionsgarden durchgeführt. Der iranische Verteidigungsminister Mostafa Mohammed Nadschar, der bei den Übungen anwesend war, berichte am Mittwoch (12.11.2008) im staatlichen Fernsehen über die erfolgreichen Tests der neuen Feststoffrakete. Laut Nadschar ist die zweistufige Rakete "Sejil" von iranischen Luft- und Raumfahrtexperten konstruiert und hergestellt. Über die Reichweite der neuen Raketen gab er keine weiteren Informationen.

Revolutionsgarde im Iran

Irans Revolutionsgarden

Peinliche Panne

Schon im Juli 2008 hatte der Iran mit einer Reihe von Raketentests für internationale Beunruhigung gesorgt. Die damals getesteten Raketen sollten nach Angaben des Iran eine Reichweite von bis zu 2000 Kilometern haben - damit könnten auch Ziele in Israel oder US Militärstützpunkte im Nahen Osten angegriffen werden.

Allerdings waren die damals vom Iran veröffentlichten Bilder des Raketentests offenbar manipuliert worden, anscheinend um den Fehlstart einer Rakete zu verschleiern. Experten sprachen von einem amateurhaften Täuschungsversuch, so war unter der digital hinzumontierten Rakete eine Staubwolke abgebildet, die nahezu identisch mit der Wolke der daneben startenden Rakete war.

Iran Raketentest manipuliertes Foto

Manipuliertes Photo der Raketenstarts im Juli 2008

Amerikanische Militärexperten hatten auch die Angaben des Iran angezweifelt, die dieser über die Reichweite seiner Raketen machte. Der Iran übertreibe seine militärischen Möglichkeiten , um potentielle Gegner einzuschüchtern.

Demonstrierte Stärke

Auch die neuen Raketentests sollen die Verteidigungsfähigkeit des Irans unter Beweis stellen. Gleichzeitig versicherte Minister Nadschar, die neuen Raketen dienten "ausschließlich Verteidigungszwecken" und sollten "den Frieden und die Stabilität der Region" stärken. Die iranischen Streitkräfte haben in den vergangenen Wochen mehrfach Manöver abgehalten. Hintergrund sind die immer wiederkehrenden Spekulationen, dass die USA oder Israel iranische Atomanlagen angreifen könnten. Der Westen beschuldigt den Iran, unter dem Deckmantel der zivilen Atomenergienutzung an dem Bau von Atomwaffen zu arbeiten. Der Iran bestreitet das.

Mögliche Entspannung unter Obama?

Das Verhältnis zwischen den USA und dem Iran war in den letzten Jahren denkbar schlecht. Der amerikanische Präsident George W. Bush hatte den Iran 2002 der von ihm erfundenen "Achse des Bösen" zugehörig erklärt und in den letzten Monaten immer mal wieder laut über ein militärisches Eingreifen im Iran nachgedacht. Mit dem neuen US Präsidenten Barack Obama könnte sich die zwischenstaatliche Beziehung entspannen.

Symbolbild Neuanfang zwischen Iran und den USA

Der iranische und der designierte amerikanische Präsident

Denn Obama hatte angekündigt, er wolle demnächst in eine neue Gesprächsrunde mit dem Iran gehen. Der Chef der Internationalen Atomenergiebehörde IAEA, Mohamed el Baradei, begrüßte die Ankündigung:"Wenn es einen direkten Dialog zwischen den Vereinigten Staaten und dem Iran gibt, denke ich, dass der Iran der IAEA mehr entgegenkommt", sagte El Baradei am Dienstag in Prag.

Israel hatte den künftigen US-Präsidenten Barack Obama dagegen vor direkten Gesprächen mit dem Iran gewarnt. "Ich glaube, dass ein Dialog zu dieser Zeit als Botschaft der Schwäche interpretiert werden könnte", sagte Außenministerin Zipi Livni im israelischen Radio.

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