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Afrika

Iran und Simbabwe wettern gegen den Westen

Irans Präsident Ahmadinedschad ist derzeit in Afrika unterwegs. Erste Station ist Simbabwe, wo er sich mit Präsident Mugabe getroffen hat. Beide bezeichneten die internationalen Sanktionen als Angriff auf ihre Nationen.

Mahmud Ahmadinedschad (Foto: dpa)

Der iranische Präsident Mahmud Ahmadinedschad...

"Wegen unserer grundsätzlichen Positionen werden der Iran und Simbabwe von westlichen Ländern verunglimpft und bestraft", sagte Robert Mugabe bei einem Staatsbankett am Donnerstagabend (22.04.2010) in Harare. Die Sanktionen der EU und der USA gegen Simbabwe wurden wegen zahlreicher Verletzungen der Menschenrechte verhängt; Teheran wurde für seine Nuklearaufrüstung vom UN-Sicherheitsrat bestraft. Im Norden Simbabwes werden größere Uran-Vorkommen vermutet – der Rohstoff wird für die Aufbereitung von Nuklearmaterial benötigt.

Mugabe als Lehre für alle Nationen

Robert Mugabe hält eine Rede (Archivfoto: AP)

...und sein simbabwischer Kollege Robert Mugabe

Ahmadinedschad kritisierte Länder, ohne Namen zu nennen, die für "Ungerechtigkeit und Korruption" stünden und "die Ressourcen anderer Länder ausplündern, um ihre internationale Vorherrschaft auszubauen". Die Führungsstärke Mugabes sei "eine Lehre für alle Nationen". Während der 30-jährigen Herrschaft Mugabes hat der inzwischen 86-jährige sein Land wirtschaftlich ruiniert. Er gilt als verantwortlich für zahllose Gewalttaten gegen Oppositionelle und ihre Angehörigen.

Ahmadinedschad war am Donnerstag zu einem zweitägigen Besuch im afrikanischen Krisenstaat eingetroffen. Mugabes Koalitionspartner, Ministerpräsident Morgan Tsvangirai, ist simbabwischen Medienberichten zufolge ins Ausland gereist, um nicht mit Ahmadinedschad zusammentreffen zu müssen.

MDC lehnt den Besuch ab

Tsvangirais Partei MDC verurteilte den Besuch als "eine Beleidigung der friedliebenden Völker des Irans und Simbabwes". Nach unbestätigten Informationen will Tsvangirai in mehreren europäischen Ländern dafür werben, dass die Wirtschaftssanktionen gegen Simbabwe teilweise aufgehoben werden.

Wirtschaftliche Zusammenarbeit der beiden Länder

Ahmadinedschad will in Simbabwe mehrere Abkommen zur Vertiefung der wirtschaftlichen Zusammenarbeit beider Länder unterzeichnen und eine Traktorenfabrik eröffnen, die teilweise mit iranischen Geldern entstanden ist. Er wollte am Freitag (23.04.2010) die Internationale Handelsmesse in Bulawayo als erster nicht afrikanischer Spitzenpolitiker seit Simbabwes Unabhängigkeit vor 30 Jahren eröffnen. Auf der Messe sind zahlreiche iranische Firmen vertreten. Ahmadinedschad reist anschließend nach Uganda weiter; das Land ist derzeit auch Mitglied des UN-Sicherheitsrats. Nach dem Willen Washingtons soll das UN-Gremium wegen des Nuklearkonflikts bald neue Sanktionen gegen den Iran beschließen.

Autor: Dirk Bathe (dpa/AFP)

Redaktion: Katrin Ogunsade

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