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Amerika

Iran und Argentinien auf Konfrontationskurs

Zwischen den Regierungen beider Länder ist ein offener Streit über die Ernennung des neuen iranischen Verteidigungsministers ausgebrochen.

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Der designierte iranische Verteidigungsminister Ahmad Vahidi

General Ahmad Vahidi soll verantwortlich sein für den Anschlag auf das jüdische Sozialzentrum AMIA in Buenos Aires, bei dem vor 15 Jahren 85 Menschen ums Leben kamen.

Die Nominierung Vahidis für ein Ministeramt im Iran "ist mit großer Besorgnis zur Kenntnis genommen worden und auf das Schärfste zu verurteilen", erklärte das argentinische Außenministerium am Freitag nach Bekanntwerden der iranischen Kabinettsliste. Die jüdische Vereinigung in Argentinien, DAIA, sprach von einer "schweren Beleidigung der Opfer". Das Parlament in Teheran muss die Ernennung Vahidis noch bestätigen.

Der General steht seit 2007 auf der Fahndungsliste von Interpol. Die argentinische Justiz wirft ihm vor, den Bombenanschlag auf das jüdische Kulturzentrum AMIA in Buenos Aires am 18. Juli 1994 geplant und angeordnet zu haben. 85 Personen kamen bei der Explosion ums Leben, 300 wurde verletzt.

15 Jahre Attentat auf AMIA in Buenos Aires

85 Menschen starben 1994 bei dem Anschlag auf die Amia - ihre Namen sind auf einer Gedenktafel verewigt.

Der Anschlag soll Ermittlungen der argentinischen Justiz zufolge von der libanesischen Hisbollah ausgeführt worden sein, die von Iran unterstützt wird. Der Iran hat die Vorwürfe stets bestritten und eine Auslieferung Vahidis abgelehnt.

Scharfe Reaktion aus Iran

Teheran reagierte am Sonntag ungehalten auf die Kritik aus Buenos Aires. Die Erklärungen seien eine "eklatante Einmischung" in die inneren Angelegenheiten des Irans. Teheran verurteile diese Haltung "aufs Schärfste", sagte Außenamtssprecher Hassan Hassan Ghaschghawi der Agentur Irna.

Der argentinische Staatsanwalt Alberto Nisman, der für den Fall AMIA zuständig ist, erinnerte daran, dass Vahidi in den 90er Jahren Chef der Elitetruppe al-Quds war, die für Geheimdienstaktionen außerhalb Irans zuständig war. Die al-Quds-Einheit ist Teil der iranischen Revolutionsgarden.

Am vergangenen Dienstag (18.08.2009) hatte die argentinische Präsidentin Christina Kirchner an einer Gedenkstunde für die Opfer des Anschlags teilgenommen. Überlebende und Angehörige der Opfer haben dabei harte Kritik an der UNO geübt. Sie fordern von den Vereinten Nationen Sanktionen gegen Iran.

Zusammen mit Vahidi stehen vier weitere Iraner und ein Libanese auf der Fahndungsliste von Interpol. Der Anschlag auf das Kulturzentrum war das zweite Attentat auf jüdische Einrichtungen in Argentinien, nach dem Angriff auf die israelische Botschaft in Buenos Aires 1992. In Argentinien lebt die größte jüdische Gemeinde Lateinamerikas. (ahe/mge/dpa/ap/efe)

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