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Nahost

Iran testet Langstreckenrakete mit Reichweite bis Israel

Der Iran hat nach einem Bericht des staatlichen Fernsehens neun Lang- und Mittelstreckenraketen getestet und damit die Spannungen in der Region weiter geschürt. Die Beunruhigung im Westen wächst.

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Iran testet Raketen, darunter eine Langstrecken-Version der Shahab-3

Die Raketen wurden am Mittwoch (09.07.2008) während eines Manövers der Revolutionsgarde im Persischen Golf abgefeuert. Unter ihnen war den Angaben zufolge auch eine neue Version der Shahab-3, die mit einer Reichweite von 2000 Kilometern israelisches Territorium erreichen könnte.

Der Marine-Kommandeur der Nationalgarde, General Hossein Salami, erklärte, die Übung demonstriere die Entschlossenheit des Landes gegenüber Feinden, die den Iran in den vergangenen Wochen bedroht hätten. "Unsere Hände sind immer am Abzug, und unsere Raketen sind startbereit", zitierte die amtliche Nachrichtenagentur IRNA Salami.

Der Iran und der US-Raketenschild

Die USA und Israel haben beide einen Angriff auf den Iran nicht ausgeschlossen um zu verhindern, dass der Iran in den Besitz von Atomwaffen kommt. Israel hatte im Juni im Rahmen eines Manövers Flugzeuge über das östliche Mittelmeer geschickt. In US-Kreisen hieß es, es könne eine Übung für einen Angriff auf eine iranische Atomanlage sein. Teheran versichert, dass sein Atomprogramm ausschließlich der zivilen Nutzung dient.

Das Weiße Haus rief den Iran auf, auf weitere Raketentests zu verzichten. Außenministerin Condoleezza Rice bezeichnete die Tests bei einem Besuch in Sofia als Beweis, dass die Bedrohung durch iranische Raketen nicht eingebildet sei. Erst am Dienstag hatten Rice und ihr tschechische Kollege Karel Schwarzenberg ein Abkommen für die Stationierung von Teilen des geplanten US-Raketenabwehrsystems in Osteuropa unterzeichnet. Washington zufolge richtet sich das Rüstungsprojekt in erster Linie gegen Raketen aus dem Iran.

Berlin: "Teheran sollte Säbelrasseln unterlassen"

Frankreich kritisierte im Namen der EU-Ratspräsidentschaft, dass "diese Art von Raketentests die Beunruhigungen der internationalen Gemeinschaft nur verschärfen können". Die britische Regierung erklärte, die iranischen Raketenabschüsse seien "nicht willkommen". Russland machte unterdessen deutlich, dass der Iran zu Verhandlungen mit der Sechsergruppe (Deutschland, Frankreich, Großbritannien, China, Russland und den USA) bereit sei. Dies sei das Signal, das die russische Regierung aus Teheran empfangen habe, sagte Vize-Außenminister Sergej Kisljak.

Der israelische Regierungssprecher Mark Regev sagte, sein Land wünsche keine Feindseligkeit und keinen Konflikt mit dem Iran. Es sei aber klar, dass das iranische Atom- und das Raketenprogramm zu Sorge Anlass gäben. Die Bundesregierung missbilligte den Raketenversuch. "Wir haben diese Meldungen mit Sorge zur Kenntnis genommen", sagte ein Regierungssprecher in Berlin. Die Bundesregierung rufe den Iran auf, "jede Form des Säbelrasselns zu unterlassen". Besonders besorgniserregend sei, dass diese Raketen auch nukleare Sprengköpfe transportieren könnten.

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