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Aktuell Nahost

Iran sucht Annäherung an die EU

Über die EU-Außenbeauftragte Ashton will der Iran sowohl den Atomstreit beilegen als auch strategische Beziehungen mit der EU aufbauen. Ashton spricht von einer schwierigen Herausforderung, die aber zu bewältigen sei.

Der Streit um das iranische Atomprogramm ist das bestimmende Thema des Besuchs von Catherine Ashton in Teheran. Und so äußerten sich die Chefdiplomatin der EU und Irans Außenminister Mohammed Dschawad Sarif nach ihrem Treffen zu dem Thema - wenn auch unterschiedlich.

Bei einer Pressekonferenz in Teheran sagte Ashton, dass sie im Atomstreit mit dem Iran einen Kompromiss für machbar halte. "Eine umfassende Einigung im Atomstreit ist eine schwierige Herausforderung, die wir aber mit Unterstützung des Irans und der internationalen Gemeinschaft erreichen könnten", sagte Ashton nach einem Treffen mit Sarif. Dieser äußerte sich optimistischer und betonte, der Iran werde alles für eine endgültige Lösung des Atomstreits unternehmen. "Falls die Gegenseite den gleichen Willen hat, kann der Atomstreit schon innerhalb der nächsten vier Monate gelöst werden.

Catherine Ashton im Gespräch mit Irans Präsident Ruhani (Foto: EPA)

Irans Präsident Ruhani hat Gesprächsbereitschaft mit der EU signalisiert

Iran hofft auf Neustart

Später traf die Britin auch mit Irans Präsident Hassan Rohani zusammen. Dieser hofft nach einer Beilegung des Atomstreits auf eine neue Ära der strategischen Zusammenarbeit mit der Europäischen Union. "Nach der neuen positiven Stimmung interpretieren wir Ihren Besuch in Teheran als die Entschlossenheit der EU zu einem neuen Schritt", sagte Ruhani laut Präsidialamts-Webseite mit Blick auf Ashton. Diesen Schritt sei auch der Iran bereit zu gehen, so der Präsident. Er sprach dabei auch von einer Zusammenarbeit in Krisenherden wie Syrien, Irak und Afghanistan und besonders im Kampf gegen den Terrorismus.

Für Ashton ist es der erste Besuch im Iran seit ihrem Amtsantritt vor fünf Jahren. Ihr Vorgänger Javier Solana war zuletzt im Jahr 2008 in die Islamische Republik gereist. Teheran erhofft sich nun einen Neubeginn in den internationalen Beziehungen. Schon im Vorfeld betonte das Außenministerium, Ashton reise als Außenbeauftragte der Europäischen Union an, nicht als Chefunterhändlerin der Atomverhandlungen.

Neue Atom-Gespräche

Ashton und die iranische Führung werden sich schon bald wiedersehen: Vom 17. März an beraten sie gemeinsam mit Vertretern der fünf UN-Vetomächte und Deutschlands, der sogenannten 5+1-Gruppe, in der österreichischen Hauptstadt Wien über eine endgültige Vereinbarung zum umstrittenen Atomprogramm Teherans.

In der vorläufigen Einigung vom November vergangenen Jahres hatten sich die Verhandlungspartner darauf verständigt, innerhalb von sechs Monaten ein endgültiges Abkommen zu erarbeiten. Damals hatte sich der Iran zum Einfrieren seines Programms zur Urananreicherung verpflichtet. Im Gegenzug lockerte der Westen einige der gegen den Iran verhängten Sanktionen.

Im Februar hatte die Internationale Atomenergie-Organisation (IAEO) dem Iran zum zweiten Mal in Folge bescheinigt, die getroffene Vereinbarung einzuhalten. Westliche Staaten und Israel verdächtigen den Iran seit langem, unter dem Deckmantel eines zivilen Atomprogramms auch Nuklearwaffen zu entwickeln.

mak/ml/as (dpa, afp)