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Aktuell Welt

Iran schickt Kriegsschiffe in Golf von Aden

Der Iran ruft auf zum Dialog für eine politische Lösung im Jemen, demonstriert zugleich aber militärische Stärke. Die USA versprechen den Golfstaaten mehr Waffen. Der Kampf um Aden eskaliert.

Vor die heftig umkämpfte jemenitische Hafenstadt Aden hat der schiitische Iran zwei Kriegsschiffe entsandt. Offizielle Begründung: der Zerstörer "Albors" und das Versorgungsschiff "Bushehr" sollen iranische Schiffe im Golf von Aden vor "Piraten" schützen. So erklärte es zumindest Konteradmiral Habibolla Sajjari dem Sender Press TV. Der Iran gilt als Unterstützer der schiitischen Huthi-Rebellen, die seit Tagen versuchen, die strategisch wichtige Metropole am Ausgang des Roten Meeres zu erobern.

Bei einem Besuch in Pakistan appellierte der iranische Außenminister Mohammed Dschwad Sarif an alle Konfliktparteien im Jemen, dringend einen Dialog aufzunehmen. Saudi-Arabien, der Iran und der Rest der muslimischen Welt müssten die verfeindeten Lager an einen Tisch bringen, so Sarif in Islamabad. Andernfalls würden die Terrorgruppen Al Kaida und Islamischer Staat (IS) noch weiter an Einfluss gewinnen.

Teheraner Großmachtpläne?

Der Außenminister der Vereinigten Arabischen Emirate (VAE), Scheich Abdullah bin Zayed, beschuldigte den Iran "systematischer Einflussnahme" im Jemen-Konflikt und in der gesamten Region. Vor der Presse in Abu Dhabi nannte er dabei den Libanon, Syrien, den Irak, Afghanistan und Pakistan. Die Golf-Staaten sollten sich wenig Hoffnung auf normale Beziehungen zu Teheran machen, meinte der VAE-Außenminister.

Die Schlacht um Aden

Aus dem Stadtzentrum von Aden wurden massive Gefechte gemeldet. Augenzeugen berichteten, zahlreiche Huthi seien bei Kämpfen mit örtlichen Milizen getötet worden. Um den Vormarsch der Huthi zu bremsen, bombardiert Saudi-Arabien mit Unterstützung anderer arabischer Staaten seit zwei Wochen die Rebellen.

Einwohner Adens berichteten, Huthi-Kämpfer seien in das zentrale Stadtviertel Crater eingedrungen. Viele Häuser hätten nach Raketentreffern Feuer gefangen. Familien harrten in ihren Wohnungen aus, während um jeden Straßenzug gekämpft worden sei. In den nördlichen Stadtbezirken habe es drei heftige Detonationen gegeben, die wahrscheinlich auf Luftangriffe zurückzuführen seien.

Ein regierungstreuer Milizionär sagte, ein Panzer und ein gepanzertes Fahrzeug der Huthis seien zerstört worden. Mindestens 22 Kämpfer seien dabei ums Leben gekommen. Von den Moscheen wurden die Männer zum "Heiligen Krieg" gegen die Huthi aufgerufen, berichteten Einwohner. Trotz der Kämpfe gelang es der Hilfsorganisation Ärzte ohne Grenzen nach eigenen Angaben, 2,5 Tonnen medizinisches Material in Aden anzulanden.

USA verstärken Rüstungshilfe

Der stellvertretende US-Außenminister Antony Blinken sagte bei einem Besuch in Riad, Washington werde seine Waffenlieferungen an das saudische Königreich beschleunigen. Zudem hätten sie eine gemeinsame Koordinationsstelle im Operationszentrum der saudiarabischen Streitkräfte eingerichtet, die auch mit mehr Geheimdienstinformationen versorgt würden. US-Verteidigungsminister Ash Carter sagte bei einem Besuch in Japan, neben den Huthi-Milizen habe auch Al-Kaida im Jemen Geländegewinne erzielt und weitere Gebiete unter ihre Kontrolle gebracht.

SC/sti (rtr, dpae, APE)