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Politik

Iran lehnt Kompromiss im Atomstreit ab

Die Europäische Union will ein iranisches Nuklearprogramm unterstützen - aber nur, wenn das Land keine Atomwaffen baut. Das ist die Essenz aus den Lösungsvorschlägen für den Atomstreit. Der Iran bleibt weiter hart.

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Der Vorschlag an den Iran: Strom ja, Waffen nein

Der von der EU vorgeschlagene Kompromiss sei "inakzeptabel" und entspreche nicht einmal den Mindesterwartungen des Irans, sagte der Sprecher des
Außenministeriums, Hamid Resa Asefi, im staatlichen Rundfunk. Die offizielle Ablehnung werde den Europäern in den nächsten Tagen zugesandt.

In dem 34-seitigen Vorschlagspapier hatte Europa dem Iran wirtschaftliche, politische und technologische Unterstützung angeboten. Eingeschlossen seien umfangreiche Öl- und Gaslieferungen des Irans an die Europäer. Die EU erkenne an, dass der Iran fortwährenden Zugang zu Nuklearbrennstoff für Leichtwasserreaktoren haben sollte, die die Grundlage der iranischen Atomindustrie seien, heißt es in dem Papier mit dem Titel "Rahmen für ein langfristiges Abkommen". Der Westen könne dem Iran sogar die Atomkraftwerke liefern.

Uran-Umwandlung verboten

Ölförderung in Iran, Öl, Wirtschaft

Die EU will dem Iran Öl abkaufen, wenn er dafür auf Atomwaffen verzichtet

Allerdings dürfe der Iran keine Technologie für Atomwaffen entwickeln, betont die EU. Deshalb will sie es dem Land verbieten, einen so genannten geschlossenen Brennstoffkreislauf zu unterhalten. Teheran dürfte zwar Brennstoffe ankaufen, müsste die verbrauchten Brennstäbe zur Endlagerung jedoch in andere Länder transportieren. Auf diese Weise solle das Land daran gehindert werden, das Material zur Herstellung von Atomwaffen zu verwenden. Die Umwandlung von Uran soll dem Iran weiter verboten bleiben.

Gestoppt werden müsse auch die Konstruktion des Schwerwasser-Forschungsreaktors in der Stadt Arak. Dort könnte Plutonium für Kernwaffen produziert werden.

Atombehörde denkt nach

Iranisches Atomkraftwerk Buschir

Der Iran will auf jeden Fall mit dem Atomprogramm fortfahren

Der Gouverneursrat der Internationalen Atomenergie-Organisation IAEO wird am Dienstag (9.8.2005) in Wien zu einer Sondersitzung zusammentreten, um erneut über den Atomstreit mit dem Iran zu beraten. Auf Antrag Deutschlands, Frankreichs und Großbritanniens soll das Entscheidungsgremium der UN-Atombehörde eine Resolution verabschieden, in der Teheran erneut zum Verzicht auf sein Programm zur Urananreicherung gedrängt wird. Frankreich drohte inzwischen, den UN-Sicherheitsrat einzuschalten, falls Warnungen nichts nutzten.

Teheran hatte am Montag (1.8.2005) die Wiederaufnahme der Uran-Aufbereitung in der Atomanlage Isfahan angekündigt und damit international Besorgnis ausgelöst. Am Mittwoch erklärte sich das Land bereit, den Inspektoren der IAEO Zeit für den Aufbau von Überwachungsgeräten einzuräumen. (reh/chr)

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