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Nahost

Iran lehnt Angebot von UN-Sicherheitsrat ab

Im Streit um das iranische Atomprogramm hat Teheran sich gegen den Kompromissvorschlag des UN-Sicherheitsrates ausgesprochen. Die iranische Regierung weigert sich, Uran zur Anreicherung ins Ausland bringen zu lassen.

Atomsymbol mit iranischer Falgge(AP)

Der Iran hat dem Vorschlag der Staatengemeinschaft eine Absage erteilt

Sechsergruppe einigt sih mit Iran auf Urananreicherung im Ausland(Foto:AP)

Vergangenen Herbst schien ein Kompromiss über das iranische Atomprogramm noch möglich...

Der Iran hat dem Kompromissvorschlag der internationalen Staatengemeinschaft zur Entschärfung der Diskussion um das iranische Atomprogramm eine formelle Absage erteilt. In einem Gespräch mit der Chefin der Internationalen Atomenergiebehörde (IAEA) hatte ein Sprecher der iranischen Regierung am Dienstag (19.01.2010) erklärt, Teheran werde sein Uran nicht wie von der Sechsergruppe angeboten im Ausland anreichern lassen. Stattdessen hatte die iranische Regierung den Westen aufgefordert, von den Sanktionsforderungen abzurücken. "Einige westliche Länder" sollten ihr Vorgehen dringend überdenken und sich bezüglich der iranischen Rechte auf ein eigenes Atomprogramm realistisch verhalten, hieß es aus dem iranischen Außenministerium.

Schärfere Sanktionen

Nukleare Anlage im Iran

...diese Hoffnung rückt nun in die Ferne. Fraglich bleibt, ob das Land heimlich Atomwaffen entwickelt

Erst am Samstag (16.01.2010) hatten sich Vertreter der UN-Vetomächte in New York getroffen, um über schärfere Sanktionen gegen den Iran zu diskutieren. China und Russland stehen einer möglichen Verschärfung der Strafmaßnahmen skeptisch gegenüber. Dennoch seien die Gespräche durchaus "konstruktiv" verlaufen, ließ das US-Außenministerium am Dienstag verlauten.

Schon seit längerer Zeit wird der Iran verdächtigt, unter dem Deckmantel eines Energieprogramms heimlich an der Entwicklung von Atomwaffen zu arbeiten. Deswegen hatten die fünf ständigen Mitglieder des UN-Sicherheitsrates und Deutschland bereits vergangenen Herbst der iranischen Regierung vorgeschlagen, Uran zur Anreicherung nach Russland und Frankreich zu bringen. So wäre es dem Iran zum einen möglich, sein Nuklearprogramm zur Kerngewinnung und zu medizinischen Zwecken beizubehalten. Zum anderen wäre so garantiert, dass der Iran das Uran nicht verwendet, um waffenfähiges Plutonium herzustellen. Bisher hatte Teheran eine definitive Stellungnahme zu diesem Vorschlag immer wieder aufs Neue herausgezögert.

Kontrolle durch IAEA

Diplomaten sehen in der jüngsten Reaktion Teherans noch keine endgültige Ablehnung des Plans der IAEA. Zwar habe Iran deutlich gemacht, dass es das Angebot der Staatengemeinschaft in dieser Form ablehne. Doch habe die iranische Regierung auch signalisiert, das im eigenen Land angereicherte Uran unter die Kontrolle der IAEA stellen zu wollen, sobald es den im Ausland angereicherten Reaktorbrennstoff erhalten habe.

Autorin: Michaela Paul (rtrd/dpa/afp)

Redaktion: Thomas Latschan