Iran erschließt Ölfeld mit britischem Unternehmen | Aktuell Nahost | DW | 17.05.2018
  1. Inhalt
  2. Navigation
  3. Weitere Inhalte
  4. Metanavigation
  5. Suche
  6. Choose from 30 Languages

Iran und die Sanktionen

Iran erschließt Ölfeld mit britischem Unternehmen

Die USA wollen Firmen sanktionieren, die mit dem Iran Geschäfte betreiben. Dennoch hat die britische Firma Pergas einen Vertrag mit Teheran geschlossen. Es geht um die Exploration eines Ölfeldes.

Iran Öl Plattform (Ilna)

Iranische Öl-Plattform im Persischen Golf: Teheran ist der sechstgrößte Ölförderer der Welt

Erstmals seit dem US-Rückzug aus dem Atomabkommen hat der Iran mit einem internationalen Konsortium die Ausbeutung eines Ölfeldes vereinbart. Der vorläufige Vertrag wurde in Teheran vom iranischen Energieunternehmen Nisoc mit der in London ansässigen Firma Pergas geschlossen, wie das Ölministerium der Islamischen Republik am Mittwoch mitteilte. Anwesend sei auch der britische Botschafter Rob Macaire gewesen, heißt es aus Teheran.

Multinationaler kann ein Unternehmen kaum sein: Pergas vereint im technischen Bereich norwegische, britische, irische, kanadische, italienische und australische Partnerunternehmen sowie eine Firma aus Singapur in einer Interessengemeinschaft. Auch ein Unternehmen, das von Partnern aus den Emiraten, der EU und den USA betreiben wird, ist bei Pergas vertreten. Die Geldgeber kommen aus Kanada, Großbritannien und von den Philippinen. Die in London beheimatete Firma ist weltweit im Öl, Gas und Energiegeschäft tätig. Inwieweit es mit dem angedrohten Sanktionen überhaupt möglich sein wird, mit den Arbeiten im Iran zu beginnen, ist völlig unklar.

Total reagiert auf US-Drohungen

Ölminister Bidschan Sanganeh äußerte demnach die Hoffnung, dass die britische Regierung an dem Atomabkommen festhält. Der französische Energiekonzern Total hatte zuvor bekanntgegeben, sich aus einem iranischen Gasprojekt zurückzuziehen, wenn die US-Regierung nicht noch eine Ausnahmegenehmigung erteilt. Laut Ölministerium würde der Iran in dem Fall das Projekt im Persischen Golf mit dem chinesischen
Ölkonzern Petrochina, der auch an dem Deal beteiligt ist, alleine weiterführen.

Wie das Handelsblatt schreibt, hatte Total erst im vergangenen Jahr den bislang größten Deal zwischen einem ausländischen Unternehmen und der iranischen Regierung unterzeichnet. Der Ölriese wollte in den kommenden Jahren insgesamt 4,8 Milliarden Dollar in die Erweiterung des Gasfelds South Pars investieren. Nach eigenen Angaben hat Total bisher weniger als 40 Millionen Euro in das Projekt gesteckt. Mit dem Milliardengeschäft wollte Total, vor den Sanktionen einer der bedeutendsten Investoren, in den Iran zurückkehren.

Im Zuge des internationalen Atomabkommens von 2015 waren viele Sanktionen gegen den Iran aufgehoben worden. US-Präsident Donald Trump hat jedoch beschlossen, dass sich sein Land aus den Vereinbarungen zurückzieht. Viele europäische Unternehmen sind in Sorge, dass ihre Geschäfte mit dem Schwellenland nun in Gefahr sind. Die USA haben angedroht alle Firmen zu bestrafen.

cgn/rb (rtr, bloomberg, Handelsblatt)