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Aktuell Asien

Iran beendet Suche nach Beben-Opfern

Das iranische Innenministerium hat die Zahl der Toten und Verletzten der Erdbeben nach unten korrigiert. Die traurige Bilanz bleibt: mindestens 227 Tote und etwa 1400 Verletzte. Ein Widerspruch zu lokalen Berichten.

Trotz der offiziellen Stellungnahme des iranischen Innenministers Moustafa Mohammed-Najar ist unklar, wie viele Menschen wirklich bei den Erdbeben im Nordwesten des Landes ums Leben gekommen sind. Lokale Berichte aus den Ortschaften ergeben zusammen wesentliche höhere Zahlen als die des Innenministeriums. Der regionale Katastrophenschutz hatte zuvor von mindestens 250 Toten und mehr als 2000 Verletzten gesprochen.

Video ansehen 01:18

Schwere Erdbeben erschüttern Iran

"Die Suche ist beendet. Wir versuchen nun, die Überlebenden zu versorgen", sagte Mohammed-Najar. Im Erdbebengebiet rund um die Stadt Täbris haben Retter fieberhaft nach Verschütteten gesucht. Etliche Bergungsteams und Hundestaffeln waren im Einsatz. Viele Gebiete sind weiterhin von der Außenwelt abgeschnitten. Die Hälfte der rund 600 Dörfer in der Erdbebenzone sind komplett oder nahezu zerstört. Die Trümmer sind noch längst nicht weggeräumt, weitere Opfer sind nicht ausgeschlossen.

Nach Angaben des seismologischen Instituts der Universität Teheran hatte das Hauptbeben, das sich am Samstagnachmittag Ortszeit ereignete, eine Stärke von 6,2. Das Epizentrum lag etwa 60 Kilometer von Täbris entfernt. Nur elf Minuten nach dem ersten Beben ereignete sich ein weiteres Beben der Stärke 6,0. US-Geologen gaben die Stärke der Beben sogar mit 6,3 und 6,4 an. Anschließend wurden noch zahlreiche kleinere Nachbeben in kurzen Abständen gemessen.

Notlager für Obdachlose

Unter den 1,5 Millionen Einwohnern der Stadt Täbris (Tabriz) brach Panik aus. Viele flohen aus ihren schwankenden Häusern ins Freie. Zudem brachen in Teilen der Region die Telefon- und Mobilfunknetze zusammen. Die Feuerwehr berichtete von großflächigen Stromausfällen. Tausende Menschen verbrachten die vergangene Nacht im Freien. Der iranische Rote Halbmond richtete in einem Stadion ein Notlager für 16.000 Menschen ein, wie die Nachrichtenagentur Fars meldete. Rund 3000 Zelte seien bereitgestellt worden.

Karte mit Erdbebengebiet (Grafik:DW)

Das Erdbebengebiet liegt an der Grenze zu Armenien, Aserbaidschan und der Türkei

Der iranische Präsident Mahmud Ahmadinedschad sprach den Menschen im Erdbebengebiet sein Beileid aus. Zugleich forderte er die Behörden auf, alles zu tun, um der betroffenen Bevölkerung zu helfen.

Auch Bundesaußenminister Guido Westerwelle bot in einem Telegramm an seinen iranischen Kollegen Ali Akbar Salehi deutsche Hilfe an. "Ich übermittle Ihnen mein tief empfundenes Mitgefühl für die Menschen, die im heiligen Monat Ramadan ihre Angehörigen und ihr Hab und Gut verloren haben", schrieb er laut einer Mitteilung des Auswärtigen Amts in Berlin.

Bekannte Erdbebenregion

Im Iran gibt es häufig Erdbeben, weil dort mehrere tektonische Platten aufeinander treffen. Ein besonders schweres Beben ereignete sich im Dezember 2003. Damals waren im Südosten des Landes mehr als 25.000 Menschen ums Leben gekommen.

nis/wa (afp, dpa)

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