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Aktuell Welt

Iraks Premier bestätigt syrische Luftangriffe gegen Isis-Terrorarmee

Die Nachbarn im Iran und in Jordanien fürchten ein Übergreifen der Offensive der Isis-Islamisten auf ihre Länder. Iraks Regierungschef al-Maliki lobte Syrien für sein aktives Eingreifen auf irakischem Territorium.

Die sunnitischen Dschihadisten und ihre Verbündeten rücken weiter vor und sollen nach Angaben aus Sicherheitskreisen kurz vor der irakischen Hauptstadt stehen. In der Nacht hätten Isis-Milizen die Stadt Mansurijat al-Dschabal eingenommen, die nur eine Stunde von Bagdad entfernt liegt.

Auch in Mossul im Norden gingen die Kämpfe weiter. In Tikrit landeten drei Militärhubschrauber auf dem Universitätsgelände. Soldaten lieferten sich Gefechte mit Rebellen, die die Geburtsstadt des 2003 gestürzten Machthabers Saddam Hussein Stadt vor zwei Wochen erobert hatten.

Nach Angaben von Ministerpräsident Nuri al-Maliki griff in der vergangenen Woche die syrische Luftwaffe Isis-Stellungen auf irakischem Gebiet an. Auch im Nachbarland kämpft die Isis, die über die Grenzen hinweg einen fundamental-islamischen Gottesstaat errichten will, gegen die Regierung. Maliki bestätigte, syrische Kampfflugzeuge hätten Aufständische in der Nähe der Grenzstadt Al-Kaim bombardiert. Er habe zwar nicht darum gebeten, begrüße aber jeden Schlag gegen Isis, wird al-Maliki von der Londoner BBC zitiert. In syrischen Staatsmedien waren Berichte über einen solchen Einsatz zurückgewiesen worden.

Die Außenminister der USA, Frankreichs und Großbritanniens bekräftigten ihre Forderung nach einer parteiübergreifenden nationalen Einheitsregierung im Irak. Die Minister John Kerry und Laurent Fabius äußerten bei einem Treffen in Paris die Hoffnung, dass eine Regierung aus Schiiten, Sunniten und Kurden zur Entspannung in dem arabischen Ladn beitragen könne.

Nach der Nahost-Rundreise Kerrys flog auch der britische Chefdiplomat William Hague überraschend nach Bagdad. Al-Maliki soll bei den Gesprächen mit Hague eingeräumt haben, dass neben militärischen Gegenmaßnahmen auch eine politische Lösung notwendig sei, um den Zerfall des Landes zu verhindern.

Am kommenden Dienstag soll das Parlament in Bagdad mit der Bildung einer neuen Regierung beginnen. Al-Maliki möchte im Amt bleiben, braucht aber Koalitionspartner. Führende schiitische und sunnitische Politiker, aber auch viele westliche Staaten drängen auf seinen Rücktritt und fordern eine Einheitsregierung.

SC/gmf (afp, rtr, APE)