1. Inhalt
  2. Navigation
  3. Weitere Inhalte
  4. Metanavigation
  5. Suche
  6. Choose from 30 Languages

Kultur

Irakisches Nationalmuseum wiedereröffnet

Im Museum von Mossul zerstörten IS-Kämpfer einzigartige Kulturgüter. In Bagdad dagegen ist eine der größten archäologischen Sammlungen der Welt wieder zu besichtigen – Zwölf Jahre nach dem Krieg.

Hinter den Mitarbeitern und Verantwortlichen des Bagdader Museums liegen zwölf Jahre mühevoller Arbeit. So lange hat es gedauert, bis sie die wertvollsten Stück der einzigartigen Sammlung wieder zurück im der Sammlung vereinen konnten. Das Nationalmuseum in Bagdad war während der US-geführten Invasion im Jahr 2003 fast komplett geplündert worden.

Mehr als 10.000 verschwundene Kunstschätze

"Wir haben uns in den vergangenen Monaten auf die Wiedereröffnung vorbereitet, nun soll das Museum für alle Menschen zugänglich sein", sagte der stellvertretende Minister für Tourismus und Altertümer, Kais Hussein Raschid, der Nachrichtenagentur AFP.

Noch sind nicht alle gestohlenen Objekte des Museums wieder aufgetaut. So wurden nach Angaben von Experten bis jetzt 4300 Exponate wiedererlangt – bei den Plünderungen waren mehr als 15.000 Museumsstücke gestohlen worden. Insbesondere auf Märkten und bei Auktionen werde weiter nach den mehr als 10.000 verschwundenen Artefakten gesucht, erklärte Raschid. Die wichtigsten Objekte seien jedoch inzwischen aufgespürt worden.

Iraks Ministerpräsident kündigt Vergeltung an

Mit Blick auf die Zerstörung antiker Kulturschätze durch die Dschihadistenmiliz "Islamischer Staat" (IS) im nordirakischen Mossul sagte er, die Wiedereröffnung in Bagdad sei auch eine Reaktion auf die dortigen Ereignisse. Sie könne dazu beitragen, die Wunden der Zerstörungen von Mossul zu heilen.

Deutlicher wurde Iraks Ministerpräsident Haider al-Abadi. Er sagte beim Festakt zur Wiedereröffnung: "Wir werden die Zivilisation bewahren und diejenigen ausfindig machen, die sie zerstören wollen." Er kündigte an, die Täter von Mossul zu bestrafen. Sie seien barbarische und kriminelle Terroristen, die versuchten, die irakische Zivilisation und das Erbe der Menschheit zu zerstören. "Wir werden sie jagen und für jeden einzelnen Tropfen Blut, den sie im Irak vergossen haben, genauso bezahlen lassen, wie für die Zerstörung der irakischen Zivilisation", so Al-Abadi.

2600 Jahre altes Kunstwerk zerstört

In einem am Donnerstag veröffentlichten Video waren IS-Extremisten im Museum von Mossul zu sehen, wie sie Statuen von ihren Podesten stoßen und mit Vorschlaghämmern zerschlagen. Mit einem Presslufthammer wurde die große Torhütestatue aus Granit zerstört, die einst am Nergal-Tor stand und mehr als 2600 Jahre alt war.

IS-Extremisten zerstören Exponate im Museum von Mossul (Quelle: IS Video)

Hämmer gegen Kunstschätze: IS-Extremisten zerstören Jahrtausend alte Exponate im Museum von Mossul

Die Taten rechtfertigen die Islamisten damit, dass auch der Prophet Mohammed in Mekka Götterbilder beseitigt habe. Experten sagen aber, dass vor allem solche Objekte zerstört wurden, die für den Schmuggel und Verkauf zu groß sind. Das Museum von Mossul war, ebenso wie das Nationalmuseum in Bagdad, bereits 2003 während der US-Invasion geplündert worden.

cw/sc (afp, ape)