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Irak

Irakisches Militär nimmt Flughafen von Mossul ein

Regierungstruppen haben den Airport der irakischen IS-Hochburg Mossul eingenommen. Wie das staatliche Fernsehen meldet, wurde das Gelände komplett aus den Händen der Terrormiliz befreit.

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Wichtiger Etappensieg für irakische Armee

Ein Etappensieg oder der Anfang vom Ende des IS-Kalifats im Irak? Regierungstruppen haben den strategisch wichtigen Flughafen in Mossul von der Terrormiliz "Islamischer Staat" (IS) zurückerobert.  Zeitgleich wurde auch eine von den Dschihadisten besetzte benachbarte Militärbasis von den Soldaten angegriffen.

Beide Ziele südlich der Innenstadt gelten als wichtiger Ausgangspunkt für die schwierige Befreiung Westmossuls von der Herrschaft der sunnitischen Extremisten. Erst am Morgen hatte die Armee eigenen Angaben zufolge mit dem Sturm auf den Flughafen begonnen. Das rasche Vorrücken und Bilder des irakischen Staatsfernsehens ließen darauf schließen, dass die Soldaten nur auf verhaltene Gegenwehr des IS stießen.

Zunächst war aber nicht vollkommen klar, ob sich nicht noch einzelne Dschihadisten in Teilen des Gebäudes aufhielten. Vermutlich befänden sich noch IS-Kämpfer mit Sprengstoffgürteln im Flughafen, sagte ein Angehöriger der Sicherheitskräfte, der nicht namentlich genannt werden wollte.

Befreiung der westlichen Stadtteile schwierig

Die Befreiung Westmossuls wird als aufwendiger eingeschätzt als die Eroberung des Ostteils der Stadt. Es halten sich dort viele Zivilisten auf; zudem ist das Gebiet teilweise eng bebaut. Dies macht eine Einnahme schwierig, weil der IS sich besser verschanzen und Sprengfallen aufstellen kann. Die Vereinten Nationen schätzen, dass in den Vierteln westlich des Flusses Tigris etwa 750.000 Unbeteiligte leben, darunter viele Kinder.

Die Offensive auf Mossul begann am 17. Oktober. Zehntausende Kämpfer sind an dem Vormarsch beteiligt. Seither wurden die IS-Milizen aus dem Ostteil der Stadt verdrängt. Durch seine Lage ist der Flughafen ein wichtiger Zugang zum Westteil Mossuls.

Auch US-Soldaten involviert

Beim Vormarsch der irakischen Armee auf Mossul haben sich auch US-Soldaten an Kämpfen beteiligt. Die US-Sondereinheiten, die eigentlich nur als Berater im Irak sind, seien "verschiedene Male unter Beschuss gekommen, und sie haben den Beschuss erwidert", sagte US-Oberst John Dorrian am Mittwoch per Videoschaltung aus Bagdad zu Journalisten in Washington.

Derzeit sind rund 450 US-Soldaten im Irak, um die irakische Armee beim Vormarsch auf Mossul zu unterstützen. Sie sollen vor allem beratend eingreifen, nicht mit der Waffe. Einige der US-Soldaten seien aber so nahe an der Front, dass sich ein Beschuss nicht vermeiden lasse, sagte Oberst Dorrian. "Manchmal kommt es zu Angriffen, und glauben Sie mir: Unsere Kräfte sind ziemlich fähig, sich selbst zu verteidigen", sagte Dorrian. Allerdings bemühten sich die US-Streitkräfte darum, die Soldaten dort einzusetzen, wo eine Beteiligung am Kampfgeschehen unwahrscheinlich sei.

Die IS-Dschihadisten hatten 2014 weite Teile des Irak erobert. Im Juni 2014, kurz nach der Eroberung von Mossul, hatte IS-Anführer Abu Bakr al-Bagdadi dort in einem seiner seltenen öffentlichen Auftritte das "Kalifat" des IS in Teilen des Irak und Syriens ausgerufen.

kle/jj (afp, ape, rtre)

 

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