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Irak

Irakischer Regierungschef al-Abadi: Mossul ist endgültig vom IS befreit

Laut dem irakischen Regierungschef hat die Armee die bisherige Hochburg der Terrormiliz vollständig eingenommen. Doch das Elend der Bevölkerung wird noch lange andauern. Im Westen Mossuls sind ganze Viertel zerstört.

Der irakische Regierungschef Haider al-Abadi hält eine Nationalflagge, als er den Sieg über den IS in Mossul verkündet (Foto: Reuters)

Der irakische Regierungschef Haider al-Abadi hält eine Nationalflagge, als er den Sieg über den IS in Mossul verkündet

Regierungschef Haider al-Abadi äußerte sich am Abend in einer aus Mossul übertragenen Fernsehansprache. "Mit unserem Blut, unseren Opfern und unseren Anstrengungen haben wir den Irak, sein Land und seine Menschen befreit." Bereits am Sonntag hatte Al-Abadi den Irakern zu einem "großen Sieg" in Mossul gratuliert. Dennoch gingen die Kämpfe gegen die Dschihadisten noch weiter. Die IS-Kämpfer hielten zum Schluss nur noch kleine Gebiete am Fluss Tigris.

US-Präsident Donald Trump gratulierte al-Abadi zum "Sieg" über den "Islamischer Staat" in Mossul. Dieser Erfolg signalisiere, dass die Tage des IS im Irak und in Syrien "gezählt" seien, erklärte Trump in Washington. US-Außenminister Rex Tillerson bezeichnete seinerseits die Rückeroberung der zweitgrößten irakischen Stadt als "Meilenstein im globalen Kampf" gegen die Dschihadistenmiliz. Nun rückten die "Stabilisierung und der Wiederaufbau" der nordirakischen Stadt in den Vordergrund, kündigte er an.

Guterres: UN helfen beim Wiederaufbau

UN-Generalsekretär António Guterres begrüßte die Befreiung. Er würdige "Mut, Entschlossenheit und Durchhaltevermögen" der Menschen im Irak und ihrer Regierung. Er bedauere den Verlust von Menschenleben und wünsche allen Verletzten eine rasche Genesung. Beim Wiederaufbau der irakischen Stadt stünden die Vereinten Nationen dem Land zur Seite, kündigte Guterres in New York an. 

Mit Mossul verliert der IS seine letzte große Hochburg im Irak und die größte Stadt, die er je unter Kontrolle hatte. Die Extremisten waren dort im Juni 2014 überraschend eingefallen und hatten die Millionenmetropole innerhalb kürzester Zeit überrannt. Menschenrechtler warnten, auch nach dem Sieg der Regierungstruppen in Mossul sei das Leiden der Zivilisten noch lange nicht beendet. Die Vereinten Nationen (UN) erklärten, noch immer seien rund 700.000 Menschen aus Mossul vertrieben und bräuchten Hilfe.

UN: Von 54 Stadtteilen sind 38 weitgehend zerstört

Nach Angaben des Norwegischen Flüchtlingsrates (NRC) harren weiter zehntausende Zivilisten in Mossul aus. Sie seien während der Kämpfe in der Stadt geblieben, auch weil die Flucht für sie zu gefährlich gewesen sei, sagte eine NRC-Sprecherin. Bei den Gefechten wurden den UN zufolge mehr als 900.000 Menschen aus Mossul vertrieben, etwa 200.000 von ihnen konnten zurückkehren. Die humanitäre Krise sei noch nicht vorbei, sagte die UN-Koordinatorin für humanitäre Fragen im Irak, Lise Grande. Von 54 Stadtteilen in Mossul seien 15 stark und 23 mäßig zerstört. Vor allem im Westen der Stadt liegen ganze Viertel in Trümmern.

Siegesfeier in der irakischen Hauptstadt Bagdad (picture-alliance/dpa/AP/K. Kadim)

Siegesfeier in der irakischen Hauptstadt Bagdad

Die irakische Armee war am Sonntag mit Luftunterstützung der US-geführten Anti-IS-Koalition im Westen Mossuls eingefallen. Sie hisste die irakische Flagge am Ufer des Tigris und in der Altstadt. Das Staatsfernsehen zeigte feiernde und tanzende Soldaten. Die irakische Nationalhymne wurde gespielt. Nun erklärte al-Abadi, vor dem Irak liege die nächste Mission. Es gehe darum, für Stabilität zu sorgen und das Land wieder aufzubauen.

Experten: IS wird von Wüste aus Guerilla-Attacken planen

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Rückkehr in die Ruinen von Mossul

Die Terrormiliz ist nun im Irak militärisch weitgehend geschlagen. Sie kontrolliert nur noch unbedeutendere Gebiete etwa an der Grenze zu Syrien, das sie ebenfalls zu Teilen erobert hatte. Experten rechnen damit, dass sich die IS-Anhänger in die großen Wüstengebiete im Westen des Iraks zurückziehen und dort Guerilla-Angriffe planen. Zudem ist die Miliz noch immer in der Lage zu Attentaten. Auch im benachbarten Bürgerkriegsland Syrien steht die Terrormiliz unter Druck. Dort ist eine von Kurden angeführte Allianz bis in die nordsyrische IS-Hochburg al-Rakka vorgerückt.

sti/wo (afp, dpa, rtr)

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