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Nahost

Irakische Vorwürfe gegen die USA

Der irakische Ministerpräsident Al-Maliki hat den USA mangelnde Unterstützung bei der Ausstattung der irakischen Sicherheitskräfte vorgeworfen. Derweil geht das Blutvergießen weiter.

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Alltag in Bagdad: Eine Autobombe kostet vier Menschen das Leben, zehn wurden verletzt.

Im Kampf gegen Aufständische habe es unnötig viele Tote gegeben, weil die USA nicht ausreichend Waffen geliefert hätten, sagte der Regierungschef Nuri al-Maliki der britischen Tageszeitung "The Times" (18.12.). Bei einer besseren Ausstattung der irakischen Streitkräfte könnten die USA die Zahl ihrer eigenen Soldaten innerhalb eines halben Jahres "drastisch" reduzieren. "Bedingung dafür ist jedoch, dass es bei der Unterstützung, Ausstattung und Bewaffnung unserer militärischen Truppen echte, starke Anstrengungen gibt."

Nuri al-Maliki

Nuri al-Maliki

Der Ministerpräsident setzte sich in dem Interview gegen die zunehmende Kritik aus Washington zur Wehr, beim Wiederaufbau des Landes nicht entschlossen genug vorzugehen. Zugleich kritisierte Al-Maliki Äußerungen der US-Außenministerin Condoleezza Rice, dass die irakische Regierung nicht mehr viel Zeit habe, um die Lage im Land in den Griff zu bekommen. "Ich glaube nicht, dass unsere Zeit abläuft", sagte Al-Maliki. Er wünsche sich, dass seine Regierung klare Signale der Unterstützung von den USA erhalte, "damit wir die Terroristen nicht noch stärken und ihnen das Gefühl geben, sie seien womöglich erfolgreich".

US-Armee meldet 100 Tote

Unterdessen geht das Blutvergießen im Irak weiter: Die US-Armee hat bei einer Offensive gegen mutmaßliche Extremisten in einem irakischen Dorf nach eigenen Angaben rund 100 Menschen getötet und 50 Verdächtige gefangen genommen. Das Armeekommando in der nördlich von Bagdad gelegenen Provinz Dijala teilte am Donnerstag mit, die amerikanisch-irakische Operation in dem Dorf Turki, die am 4. Januar begann, habe sich gegen frühere Funktionäre des Regimes der Baath-Partei von Saddam Hussein, El-Kaida-Terroristen und andere "sunnitische Extremisten" gerichtet. Die Extremisten hätten im November 39 Zivilisten entführt und ermordet. In dem Dorf hätten die Soldaten große Waffendepots entdeckt, in denen über 1150 Katjuscha-Raketen gelagert worden seien.

In Bagdad explodierten am Donnerstag innerhalb weniger Stunden fünf Autobomben. Nach Polizeiangaben wurden insgesamt 18 Iraker getötet, 47 wurden verletzt. Drei Autobomben detonierten auf einem Gemüsemarkt in dem südlichen Vorort Al-Dura und töteten insgesamt zehn Zivilisten. Bei zwei weiteren Autobomben- Anschlägen in der Innenstadt starben fünf Menschen. (sams)

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