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Aktuell Nahost

Irakische Truppen starten Rückeroberung Ramadis

Die Terrormiliz IS hat in der vergangenen Woche starke Geländegewinne im Irak und in Syrien errungen. Die Armeen beider Länder scheinen überfordert. Der Irak versucht sich zu wehren.

Bei Ramadi sollen Regierungstruppen und verbündete schiitische Milizen einen neuen Versuch begonnen haben, den Vormarsch der Kämpfer der Extremistengruppe "Islamischer Staat" zu stoppen. Von einem Flugplatz in der Nähe von Ramadi rückten Hunderte Soldaten und Kämpfer auf Ortschaften in der Nähe der strategisch wichtigen Stadt vor, wie die Nachrichtenagentur Reuters unter Berufung auf Politiker meldet.

Ein Stammesvertreter bestätigte den Beginn der Gegenoffensive. Die Sicherheitskräfte kämen voran, sie hätten schon ein großes Gelände zurückerobert, sagte Scheich Rafia Abdelkarim al-Fahdawi.

Aus Armeekreisen hieß es, irakische Regierungstruppen hätten Gelände östlich von Ramadi zurückerobert. Bei ihrem ersten Gegenangriff hätten sie Positionen der Extremisten in Husaibah im Euphrattal eingenommen, sagte ein ranghoher Polizist der Nachrichtenagentur AFP. "Die Polizeistation und das umliegende Gelände wurden befreit. Es gibt erhebliche Fortschritte." Husajbah ist eine Ortschaft, von der aus auch Ramadi angegriffen werden könnte.

Rückeroberung Ramadis wird schwer

Zudem hätten Regierungstruppen im Westen von Bagdad einen Vorstoß des IS abgewehrt. Die Dschihadisten hätten die Ortschaft Al-Chalidija östlich von Ramadi angegriffen, seien aber von der Regierungsarmee und von verbündeten Stammesmilizen zurückgeschlagen worden, verlautete aus Sicherheitskreisen in Bagdad.

Ramadi, die Hauptstadt der westlichen Provinz Anbar, war am vergangenen Sonntag vom IS eingenommen worden. Die Regierungstruppen hatten dem Ansturm nicht mehr standhalten können und waren geflohen. Die Terrormiliz hatte dadurch ihre Herrschaft in der Provinz ausbauen können. Dort werden inzwischen nur noch Enklaven wie der Ort Al-Chalodija und ein Militärlager am Habbanija-See von der Armee gehalten.

Militärs rechnen mit schweren Kämpfen bei der Rückeroberung der Provinzhauptstadt, da die irakische Armee nach US-Angaben bei ihrer überstürzten Flucht ein großes Waffenarsenal - darunter ein halbes Dutzend Panzer und rund 100 Fahrzeuge - zurückließ.

IS-Flagge über Palmyra

Die von den USA geführte Militärkoalition setzte derweil ihre Luftschläge gegen Stellungen des IS fort, darunter vier in der Nähe von Ramadi. Fünf weiter Angriffe seien in Syrien geflogen worden, teilte das gemeinsame Kommando mit.

Auch in Syrien hat der IS erhebliche Geländegewinne gemacht und zuletzt am Mittwoch Palmyra erobert. In der Weltkulturerbe-Stadt hissten die Extremisten ihre Flagge über einer historischen Zitadelle.

gmf/se (afp, dpa, rtr)