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Aktuell Welt

Irakische Peschmerga rücken in Kobane ein

Die rund 150 Kurden-Kämpfer haben ihr Ziel - die vom IS bedrängte Stadt an der syrisch-türkischen Grenze - erreicht. Die US-Luftwaffe sicherte mit Attacken gegen die Terrormiliz die Fahrt der Peschmerga ab.

Die zur Verstärkung der syrischen Kurden entsandten Peschmerga-Kämpfer sind in Kobane eingetroffen. Ihr Konvoi habe die umkämpfte nordsyrische Stadt am Freitagabend erreicht, teilte die in London ansässige Beobachtungsstelle für Menschenrechte mit. Die etwa 150 Peschmerga-Soldaten aus dem Nordirak sollen die Kurden in Kobane im Kampf gegen die Dschihadisten-Miliz "Islamischer Staat" (IS) unterstützen.

Jubel begleitet die Kämpfer

Die kurdischen Kämpfer aus dem Nordirak, die seit mehreren Tagen auf ihre Einreise nach Syrien warteten, hatten gegen 21.30 Uhr (Ortszeit, 19.30 MEZ) in mehreren Bussen und Militärfahrzeugen die türkische Stadt Suruc in Richtung Grenze verlassen. Der Konvoi wurde von türkischen Soldaten eskortiert. Am Straßenrand jubelten hunderte Kurden den Kämpfern zu. Die US-Luftwaffe und ihre Verbündeten flogen laut den Menschenrechtlern während der Verlegung drei Angriffe auf Stellungen der Terrormiliz in Kobane. Ausgerüstet sind die Peschmerga mit schweren Waffen, darunter Artillerie. Der IS versucht seit Wochen, Kobane einzunehmen und hat die Stadt von drei Seiten eingeschlossen. Nur der Weg nach Norden Richtung Türkei ist noch offen.

Video ansehen 12:06

Reportage: Kampf um Kobane

Die Türkei hatte sich erst nach langem Zögern und intensivem Druck der USA bereiterklärt, zumindest die irakischen Kurden-Kämpfer über ihre Grenze in die syrischen Kurdenstadt reisen zu lassen. Dagegen verweigert Ankara weiter jede Unterstützung für die in der Türkei verbotene kurdische Arbeiterpartei PKK und deren syrische Schwesterorganisation PYD.

15.000 IS-Unterstützer aus mehr als 80 Ländern

Die Vereinten Nationen hatten zuvor eine Analyse veröffentlicht, nach der sich seit 2010 extremistische Freiwillige in bislang "nicht gekannter Größenordnung" dem IS und anderen Dschihadisten angeschlossen haben. 15.000 Männer und Frauen aus mehr als 80 Ländern seien nach Syrien und in den Irak gezogen, um für die Islamisten zu kämpfen, zitieren der britische "Guardian" und die Agentur AP aus dem UN-Papier. Die Zeitung "Washington Post" berichtet unter Berufung auf den amerikanischen Geheimdienst von ähnlich erschreckenden Rekrutierungen der IS. Demnach werden monatlich bis zu 1000 ausländische Extremisten eingeschleust.

In dem Bericht der UN-Experten ist zudem von einer Kooperation von Kämpfern aus Frankreich, Russland und Großbritannien die Rede. Der britische Polizeichef Bernard Hogan-Howe hatte jüngst erklärt, jede Woche machten sich im Schnitt fünf Briten auf den Weg zum IS nach Syrien oder in den Irak. Die Vereinten Nationen befürchten, dass immer mehr Staaten Probleme mit Kämpfern bekommen könnten, die von der Front im Nahen Osten in ihre Heimat zurückkehren.

sti/kle (afp, dpa)

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