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Ein Fest in Trümmern

Irakische Christen feiern Weihnachten in zerstörter Kirche

Es ist ein besonderes Weihnachtsfest für die aus Mossul geflüchteten irakischen Christen. In einer Kirche in Karakosch begehen sie inmitten von zerstörten Kreuzen und Graffitis der Dschihadisten ihre Weihnachtsmesse.

Vor zwei Jahren waren die Menschen aus der Stadt Karakosch, östlich von Mossul, vor dem so genannten "Islamischen Staat" geflohen. Nun kehren die ersten Flüchtlinge zurück. Die Messe in der dortigen Kirche brachte die Christen jetzt wieder zusammen. Die Messe zeigte aber auch, dass sie immer noch Vertriebene sind. Dieses Gefühl sei unbeschreiblich. Man habe darauf gewartet, sagte Imama Behnan, einer der Flüchtlinge, während im Hintergrund die Kirchenglocke läutet. Dann beginnt sie zu weinen: Der IS habe sie aus den Häusern vertrieben und ihr Geld gestohlen. Als sie jetzt zurückkehrten, waren alle Häuser niedergebrannt, sagt sie.

Kinder halten bei der Messe Kerzen in ihren Händen (Getty Images/C. McGrath)

Kinder halten bei der Messe Kerzen in ihren Händen

Auch Papst Franziskus erinnert in seiner Weihnachtsmesse an die Christen im Irak. So erwähnte er die jahrelange Verfolgung von Christen und freute sich, dass nun viele wieder in der Lage seien, die ersten Weihnachten seit 2013 in Kirchen zu verbringen, nachdem die Städte vom "Islamischen Staat" zurückerobert wurden.

Dies sei ein Beispiel für die Treue zum Evangelium. Trotz aller Prüfungen und Gefahren hätten diese Menschen mit viel Mut gezeigt, dass sie Christus angehören, so Franziskus. Viele der irakischen Christen mussten nach dem Einzug der Dschihadisten entweder zum Islam konvertieren oder wurden, wenn sie sich weigerten, enthauptet. Zahlreiche von ihnen flohen daher in die autonomen kurdischen Gebiete und hoffte dort auf eine Rückkehr in ihre Häuser.

Angriff auf Mossul

Zuvor hatten irakische Streitkräfte Karamlesh vom "IS" im Rahmen einer massiven militärischen Operation zurückerobert. Die Eroberung der Kleinstadt war Teil der Offensive der Armee, die letztlich in Mossul vorerst ihren Abschluss finden soll.

Gesicherte Weihnachten: Ein Soldat schützt die Messe in der christlichen Kirche (Getty Images/C. McGrath)

Gesicherte Weihnachten: Ein Soldat schützt die Messe in der christlichen Kirche

Flankiert wird dies vom US-Militär. So werden die irakischen Streitkräfte nach den Worten von US-Kommandeur Oberstleutnant Stuart James in den kommenden Tagen einen neuen Vorstoß gegen die vom der Islamisten-Miliz IS gehaltene Stadt Mossul starten. "Wir richten uns derzeit für die nächste Phase des Angriffs aus", sagte James, der ein Bataillon an der südöstlichen Front befehligt, in einem Interview mit der Nachrichtenagentur Reuters. Ziel sei es, ins Zentrum des östlichen Teils der Stadt vorzudringen. Derzeit würden Streitkräfte und Ausrüstungen entsprechend positioniert. "Es wird in den nächsten Tagen passieren", sagte der Kommandeur.

Das irakische Militär rückt weiter auf Mossul vor (Reuters/A.Al-Marjani)

Das irakische Militär rückt weiter auf Mossul vor

Der Kampf um Mossul ist die größte militärische Intervention der US-Streitkräfte im Irak seit der Invasion 2003. Beteiligt sind etwa 100.000 irakische Soldaten, kurdische Kämpfer und schiitische Milizen. Mossul ist die größte vom IS eroberte Stadt in der Region.

cgn/SC (afpe, rtre)

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