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Aktuell Welt

Irakische Armee will ISIS stoppen

Die irakische Armee hat eine Offensive zur Rückeroberung der Stadt Tikrit begonnen. Die sunnitische Extremistengruppe ISIS hatte die Stadt im Zentrum des Landes vor mehr als zwei Wochen eingenommen.

Tausende Soldaten unterstützt von Kampfflugzeugen, Artillerie, Panzern sowie Bombenräumkommandos rücken auf die im Zentrum des Landes gelegene Heimatstadt des früheren Machthabers Saddam Hussein vor. Die sunnitische Extremistengruppe ISIS (Islamischer Staat im Irak und in Syrien) hatte Tikrit vor mehr als zwei Wochen unter ihre Kontrolle gebracht. Die Armee hatte am Donnerstag bereits das Universitätsgelände am Rande der Stadt zurückerobert.

Elitetruppe erobert Universität

Spezialeinheiten hatten die Hochschule in einer Luftlandeoperation am Donnerstag eingenommen. Die Universität solle als Ausgangspunkt für die Rückeroberung von Tikrit dienen, teilten Militärvertreter mit. Die ISIS-Rebellen hatten die rund 140 Kilometer nordwestlich von Bagdad gelegene Geburtsstadt des früheren irakischen Präsidenten Saddam Hussein am 11. Juni eingenommen.

Die sunnitischen ISIS-Milizen und ihre örtlichen Verbündeten hatten Anfang Juni eine Offensive im Irak gestartet. Inzwischen beherrschen sie weite Teile im Norden und Westen des Landes. Bei den Kämpfen wurden mindestens tausend Menschen getötet. Ziel der Gotteskrieger ist es, die schiitisch dominierte Regierung in Bagdad zu stürzen und einen islamischen Staat vom Mittelmeer bis zum Persischen Golf zu errichten.

Über der irakischen Hauptstadt fliegen nach Angaben aus Regierungskreisen in Washington bewaffnete Kampfdrohnen. Ihr Einsatz diene dem Schutz von Einrichtungen und Soldaten der USA in Bagdad, sagte ein ranghoher Regierungsvertreter der Nachrichtenagentur AFP. Die Drohnen nicht für Luftangriffe gegen ISIS-Kämpfer gedacht.

500 US-Soldaten im Irak

Die USA hatten in den vergangenen Tagen 180 Militärberater in den Irak verlegt, um sich ein besseres Bild von der Lage zu machen und die einheimischen Sicherheitskräfte im Kampf gegen die Dschihadisten zu unterstützen. Insgesamt befinden sich damit derzeit rund 500 US-Soldaten auf irakischem Boden, viele von ihnen gehören Eliteeinheiten an. An Kampfhandlungen gegen die sunnitischen Extremisten sollen sie sich aber nicht beteiligen. US-Präsident Barack Obama hat den Einsatz von Bodenkampftruppen im Irak ausgeschlossen, die Möglichkeit für Luftangriffe hält er sich aber offen.

ISIS-Kämpfer im Irak (Foto: Reuters)

ISIS-Kämpfer im Irak

Unterdessen wird die Lage der Christen im Irak angesichts des Vormarsches der Extremisten immer verzweifelter. Aus der christlich geprägten Stadt Karakosch im Norden flüchteten nach Erkenntnissen des UN-Flüchtlingshilfswerks (UNHCR) innerhalb von wenigen Tagen bis zu 10.000 Menschen. Der syrisch-katholische Erzbischof von Mossul, Yohanna Petros Mouche, sprach nach Angaben der Essener Caritas von der "größten Vertreibung der Christen seit Beginn der Kämpfe". Weder kurdische Peschmerga-Kämpfer noch christliche Milizen konnten ISIS in der Region stoppen. Der katholische Caritasverband der Stadt Essen unterhält seit rund sechs Jahren Kontakte in den Irak.

wl/mak (dpa, afp, kna)