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Schlacht um letzte IS-Bastion

Irakische Armee glaubt an Sieg in Mossul in wenigen Tagen

Eigentlich hatte man schon zum Ende des Ramadan die vollständige Befreiung Mossuls im Nordirak feiern wollen: Aber 350 IS-Dschihadisten lehnen alle Forderungen zur Kapitulation ab.

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Mossul: Zivilisten in verzweifelter Lage

Alle Versuche des "Islamischen Staats" (IS), den Kessel der Regierungstruppen und ihrer Verbündeten zu durchbrechen, seien gescheitert. Eine Reihe von Gegenangriffen der Dschihadisten sei zurückgeschlagen worden, berichtete Armeesprecher Brigadegeneral Mohammed al-Khodari einem Korrespondenten der Nachrichtenagentur Associated Press von den Frontlinien um die Altstadt des nordirakischen Mossul.      

"Aus militärischer Sicht ist der IS geschlagen", resümierte bereits Generalleutnant Abdul Ghani al-Assadi. Es gebe nur noch wenige Extremisten in der Stadt, der Kampfgeist sei gebrochen", so der Kommandeur der Anti-Terror-Spezialeinheiten (CTS) gegenüber der Agentur Reuters. Man rufe die restlichen Kämpfer auf, "zu kapitulieren oder zu sterben".  

Infografik Karte Umkämpfte Stadt Mossul DEU

Die Schlacht sei entschieden und in wenigen Tagen auch beendet, erklären die irakischen Generäle übereinstimmend. Etwa 350 Dschihadisten sollen sich demnach auf schätzungsweise zwei Quadratkilometern noch verschanzt halten, zum Teil mitten unter den Bewohnern. 

Letztes Aufbäumen mit "typischer Brutalität"

Am Sonntag war von IS-Schläferzellen berichtet worden, die Häuser und Fahrzeuge in Brand gesetzt hätten. Im Viertel Al-Tanak am Westrand Mossuls sollen die Gefechte bis in die Nacht zum Montag angedauert haben. Die Taktik, an anderen Orten Entlastungsangriffe zu starten, kenne man von den Schlachten um Samarra oder Anbar, sagte al-Khodari. Das zeige, das der IS mit dem Rücken zur Wand stehe, so die irakischen Kommandeure. Die verbliebenen Kämpfer leisteten mit "typischer Brutalität" Widerstand, weil sie nichts mehr zu verlieren hätten, meinte der Vize-Kommandeur der US-geführten Anti-IS-Koalition, Generalmajor Rupert Jones, in einer Telefonschalte mit Journalisten.

Die irakische Armee und alliierte Milizen haben nach eigenen Angaben die sunnitischen Legionäre weiter zurückgedrängt. Spezialkräfte hätten das Viertel Al-Faruk in der Altstadt eingenommen, erklärte das Verteidigungsministerium. Auf den Gebäuden sei die irakische Flagge gehisst worden.

Al-Nuri-Moschee Islamic State Conflict - Mossul (Picture alliance/NurPhoto/S. Backhaus)

Die Al-Nuri-Moschee wurde inzwischen von IS-Schergen gesprengt: Hier war ihr sogenanntes "Kalifat" verkündet worden

Das Viertel liegt in der Nähe der symbolträchtigen Großen Moschee, die der IS in der vergangenen Woche gesprengt hatte. Der Führer ihres selbst ernannten "Kalifats", Abu Bakr Al-Bagdadi, hatte sich in diesem Gebäude vor rund drei Jahren bei einer Freitagspredigt das erste Mal öffentlich gezeigt.

Erfolge auch durch die Kurden in Rakka 

Die Großoffensive auf die Hochburg des "Islamischen Staats" im Irak hatte, massiv unterstützt durch Luftunterstützung der Anti-IS-Koalition, im Oktober begonnen. Auch beim Sturm auf die letzte IS-Bastion in Syrien, die Stadt Rakka, meldeten die IS-Gegner am Montag neue Erfolge. Inzwischen habe man die Dschihadisten aus etwa einem Viertel Rakkas vertrieben, wird das kurdisch-arabische Bündnis SDF zitiert.    

SC/uh (APE, rtre, afpe, dpa)

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