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Nahost

Iraker auf der Flucht

Weltflüchtlingstag am 20. Juni: Heimatlosigkeit ist eines der größten Probleme des Nahen Ostens. Mehr als 10 Millionen Flüchtlinge sind in der Region unterwegs - fast die Hälfte davon sind Iraker.

Irakische Flüchtlingsfrau in einem Camp. Quelle: AP

Die meisten irakischen Flüchtlinge leben weit unterhalb des Existenzminimums

Laut Berichten des UN-Flüchtlingswerks sind allein im Nahen Osten – gemeinsam mit den angrenzenden Ländern Afghanistan und Sudan - mehr als 10 Millionen Menschen auf der Flucht. Der Großteil von ihnen stammt aus dem Irak: 2,6 Millionen Binnenvertriebene im Land selbst und rund 2 Millionen Flüchtlinge, die das Land komplett verlassen mussten. Sie fanden vor allem in den Nachbarländern Syrien und Jordanien und dem Libanon Zuflucht. Dort müssen sie unter miserablen Umständen leben, denn den Aufnahmeländern fehlen die Mittel, um derart große Flüchtlingsströme adäquat zu versorgen.

Aufnahmeländer überfordert

Endlose Schlangen vor dem Büro des UNHCR in Damaskus. Quelle: AP

Endlose Schlangen vor dem Büro des UNHCR in Damaskus

So dürfen sich irakische Flüchtlinge zwar in ihren Aufnahmeländern in staatlichen Krankenhäusern versorgen lassen – aber diesen Einrichtungen fehlt in der Regel die notwendige Kapazität, um den immensen Zuwachs an Patienten zu verkraften. Dasselbe gilt für die staatlichen Schulen – wobei viele Flüchtlinge ihre Kinder erst gar nicht auf die Schule schicken, sondern zum Arbeiten. Sie sind auf das Geld angewiesen, was diese durch Gelegenheitsjobs eintreiben können.

Weder Syrien noch Jordanien sind Unterzeichner der UN-Flüchtlingskonvention. Sie sind nicht verpflichtet, Flüchtlingen ein Mindestmaß an Rechten zu gewähren – und sie tun es auch nicht. So dürfen irakische Flüchtlinge keiner geregelten Arbeit nachgehen – viele Familien leben jahrlang weit unterhalb des Existenzminimums. Viele Frauen sind gezwungen der Prostitution nachzugehen, um ihre Familien zu ernähren. (mt/dh/unhcr)