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Aktuell Nahost

Irak meldet Tod von IS-Vize Al-Afri

Die irakische Regierung meldet wieder einmal einen Erfolg im Kampf gegen die IS-Terrormiliz. Der IS-Vize-Chef soll bei einem Luftschlag der US-geführten Militärallianz getötet worden sein.

Belege für den Tod des stellvertretenden Anführers der selbsternannten Gotteskrieger des "Islamischen Staates" lieferte die Führung in Bagdad nicht. Das Verteidigungsministerium meldete Abu Alaa al-Afri und weitere IS-Mitglieder seien bei einem Treffen in einer Moschee im nordirakischen Tel Afar durch einen Luftangriff der von den USA geführten internationalen Anti-IS-Koalition getötet worden.

Screenshots aus dem Video (Foto: dpa/picture alliance)

Screenshots aus dem Video

Unabhängige Bestätigung fehlt

Dazu verbreitete das Ministerium ein Video, das den Luftangriff zeigen soll. Die Nachrichtenagentur AP meldet unter Berufung auf das irakische Verteidigungsministerium, der Luftschlag sei am späten Dienstag geflogen worden. Auch Anwohner berichteten vom Tod des IS-Anführers. Das Pentagon in Washington teilte lediglich mit, die Berichte über den Tod Al-Afris würden geprüft. Bestätigen könne man die Angaben derzeit nicht.

Das US-Magazin "Newsweek" hatte im April berichtet, Al-Afri sei zum Stellvertreter von IS-Chef Abu Bakr al-Bagdadi erklärt worden. Als dann vor drei Wochen gemeldet wurde, der selbsternannte Kalif al-Bagdadi sei bei einem Luftangriff lebensgefährlich verletzt worden, galt ab diesem Moment Al-Afri als neue Nummer eins des IS. Arabische Medien bezeichneten ihn bereits als "neuen IS-Kalifen". Eine Bestätigung dafür gab es nicht. In der Vergangenheit hatten sich vermeintliche Erfolgsmeldungen über den Tod von IS-Führern mehrfach als Falschmeldung herausgestellt.

Über Al-Afri, der auch als Rahman Mustafa Mohammed bekannt ist, gibt es nur wenige Informationen. Laut "Newsweek" soll er 2010 angeblich von dem damaligen Al-Kaida-Chef Osama bin Laden ausgewählt worden sein, um an die Spitze der Vorläuferorganisation des IS zu rücken. Das Terrornetzwerk und der Islamische Staat waren damals noch verbündet - mittlerweile sind sie verfeindet.

IS rückt auf historische Oasenstadt Palmyra vor

Unterdessen erzielte die Terrormiliz im Osten Syriens Erfolge gegen das Regime von Präsident Baschar al-Assad und rückte näher auf die historische Oasenstadt Palmyra vor. In heftigen Gefechten hätten die Extremisten östlich von Palmyra große Teile des Ortes Al-Suchna eingenommen, meldete die Syrische Beobachtungsstelle für Menschenrechte. Bei den Kämpfen seien mindestens 28 Anhänger des Regimes und 20 IS-Kämpfer getötet worden, hieß es weiter. Rund 100 Menschen wurden demnach verletzt. In der Region liegen wichtige Gasfelder, um die es schon seit Monaten immer wieder heftige Kämpfe zwischen Regimetruppen und dem IS gibt.

Die Syrische Beobachtungsstelle für Menschenrechte mit Sitz in London stützt sich auf ein Netz von Informanten in Syrien. Von unabhängiger Seite können die Informationen nicht überprüft werden.

qu/gri (dpa, afpe, rtre, APE)

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