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Aktuell Nahost

Irak: Deutsches Erkundungsteam startet

Schon jetzt liefert Deutschland Waffen an kurdische Peschmerga, die gegen die IS-Terrormiliz kämpfen. Ob die Bundesregierung künftig auch militärische Ausbildung bieten kann, soll ein Vorauskommando klären.

Ein deutsches Erkundungsteam reist an diesem Donnerstag in den Nordirak, um die Beteiligung der Bundeswehr an einer militärischen Ausbildungsmission zu prüfen. Zu dem Team gehören drei Vertreter des Verteidigungsministeriums und einer des Auswärtigen Amtes.

Neben Waffenhilfe, die Deutschland bereits leistet, könnte eine umfassende militärische Ausbildung die Kampfkraft der kurdischen Peschmerga stärken. Die Kurden gehören zu den entscheidenden Widersachern der Terrormiliz "Islamischer Staat" (IS), die große Teile des Iraks und Syriens kontrolliert.

Erste Peschmerga in Kobane

Die ersten Peschmerga aus dem Nordirak sind inzwischen als Verstärkung in der nordsyrischen Stadt Kobane eingetroffen. Dort stemmen sich die Kurden dem Ansturm des IS engegen. Zehn Kämpfer kamen nach Angaben der Syrischen Beobachtungsstelle für Menschenrechte in der umkämpften Enklave an. Der Rest der Einheit werde in den kommenden Stunden erwartet.

Am Mittwoch waren 90 bis 100 Kurden-Kämpfer per Flugzeug in der Türkei eingetroffen. Eine zweite Gruppe ist mit schweren Waffen auf dem Landweg durch die Türkei unterwegs nach Kobane. Die Türkei hatte vergangene Woche zugestimmt, die etwa 150 Kämpfer über ihr Territorium dorthin verlegen zu lassen. Kobane (arabisch: Ain al-Arab) gilt als Symbol des Widerstands gegen die grausamen IS-Extremisten.

Auch aus der Luft werden die belagerten Kurden weiter unterstützt. US-Kampfflugzeuge flogen neue Angriffe auf die Dschihadisten, die Kobane einzunehmen versuchen. Wie das Truppenkommando mitteilte, wurden sechs Fahrzeuge, mehrere Kampfstellungen und ein Gebäude der IS-Milizen attackiert. Auch im Irak habe die internationale Militärkoalition Stellungen der Islamisten mit Kampfjets und Drohnen bombardiert, hieß es.

Verschleppte Schüler in Freiheit

Derweil ließ der IS mindestens 25 entführte syrische Schüler nach mehrmonatiger Geiselhaft frei. Die Kinder aus der Region um Kobane gehören zu einer Gruppe von 150 Schülern, die die Islamisten Ende Mai in ihre Gewalt gebracht hatten. Das berichtet die Syrische Beobachtungsstelle für Menschenrechte mit Sitz in London.

Unter den Entführten waren demnach zahlreiche Kinder von Mitgliedern der syrisch-kurdischen Partei der Demokratischen Union (PYD), die gegen den IS kämpfen. Mehr als 70 der Schüler hatte der IS bereits Ende September auf freien Fuß gesetzt. Der Grund für die Freilassung der Geiseln ist unbekannt.

jj/sti (dpa, afp)