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Kultur

Irak bleibt gefährlichstes Land für Journalisten

2007 wurden laut "Reporter ohne Grenzen" weltweit so viele Pressemitarbeiter getötet wie seit Jahren nicht mehr. Wie schon im Vorjahr kamen im Irak bei weitem die meisten Journalisten ums Leben.

Im vergangenen Jahr wurden laut ROG 106 Journalisten und Medienassistenten während oder wegen ihrer Arbeit getötet. Dies sei der höchste Stand seit 1994, sagte der Vorstandssprecher der Journalistenvereinigung "Reporter ohne Grenzen" Michael Rediske am Dienstag (12.2.2008) in Berlin. Das weltweit gefährlichste Land für Medienschaffende bleibt dem Jahresbericht zufolge der Irak. Hier kamen 2007 insgesamt 47 Journalisten und Medienmitarbeiter ums Leben. An zweiter Stelle steht Somalia mit acht getöteten Medienvertretern.

Einschränkungen vor bestehenden Wahlen befürchtet

Besorgt beobachtet ROG auch die Arbeitsbedingungen von Journalisten in den Ländern, wo in den nächsten Tagen und Wochen gewählt wird. So gerieten auch in Russland, Pakistan, Iran und Simbabwe Medien zunehmend unter Druck. "An Festnahmen von und Mord an Journalisten hat man sich in Russland gewöhnt. Die Medien unterliegen faktisch einem staatlichen Monopol", sagte Natalia Morar vom russischen Magazin "The New Times". "Zu der Situation in Simbabwe vor den Wahlen nahm der simbabwische Journalist Itai Mushekwe Stellung: "Unabhängige Medien existieren in Simbabwe so gut wie nicht mehr. Ausländische Berichterstatter sind kürzlich offiziell zu unerwünschten Personen erklärt worden. Dies schüchtert einheimische Journalisten zusätzlich ein, die ohnehin schon unter massiven Repressionen leiden."

"Fehlendes Rückgrat einiger westlicher Länder"

ROG-Präsident Robert Ménard sieht die Schuld für die weltweit stark eingeschränkte Pressefreiheit auch auf Seiten der Industrienationen, denen er "Versagen und Doppelzüngigkeit" vorwirft. Ménard fordert von den Vertretern demokratischer Länder stärkeres Engagement im Kampf gegen Zensur und Gewalt gegen Journalisten. Sie sollten die Werte verteidigen, für die sie selbst stünden, sagte der ROG-Präsident. Ausdrücklich gelobt wurde Bundeskanzlerin Angela Merkel. Sie scheue die Kontroverse nicht und spreche Verletzungen der Meinungsfreiheit an, sagte Michael Rediske auf der Vorstellung der Jahresberichts.(sas)

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