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Politik

"Irak als Experimentier-Feld der USA"

Die arabische Presse beschäftigt sich am Freitag mit den Plänen der USA für eine Nach-Kriegs-Ordnung im Irak. Thematisiert wird zudem die Kriegs-Rhetorik von George W. Bush.

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Die in London erscheinende überregionale Zeitung AL-HAYAT unterstellt dem US-Präsidenten religiösen Fanatismus. In dieser Hinsicht müsse man ihn mit dem Terrornetzwerk Al-Kaida auf die gleiche Stufe stellen.

"US-Präsident Bush ist sehr religiös und hat angeblich einen direkten Kontakt zu Gott. Er selbst ist 'gut' und die anderen sind 'böse' und 'schuldig'. Wenn Bush den Krieg gewinnt, dann kennt er keine Schuld-Gefühle, denn Gott ist ja mit ihm und schützt ihn davor, Fehler zu begehen. Jeder religiöse Fanatismus - egal ob der von Al-Kaida oder der von US-Präsident Bush - ist sehr gefährlich. Ebenso wie die Al-Kaida-Führer glaubt Bush, dass er alles besser wisse als die religiösen Gelehrten. Der Unterschied ist nur, dass Bush seinen Feinden mehr schaden kann."

Auch die unabhängige libanesische Zeitung AS-SAFIR übt scharfe Kritik an der Irak-Politik der USA. Das Blatt schreibt:

"Es ist klar, dass der Irak bei der Gestaltung der Weltkarte in den nächsten Jahrzehnten eine große Rolle spielen wird. Das irakische Territorium ist in den Augen der amerikanischen Administration ein Experimentier-Feld für ihre zügellose und wahnsinnige Politik. Für eine Politik, die Menschenleben missachtet und Blut unschuldiger Opfer vergießt. Hier zeigen die USA und ihre Verbündeten ihr wahres schreckliches Gesicht. Die Argumente für diesen Krieg haben niemanden überzeugen können. Die USA betreiben eine unilaterale Politik, die taub ist für die öffentliche Meinung im eigenen Land und in anderen Staaten."

Dieser Meinung schließt sich auch die regierungsnahe ägyptische Zeitung AL-DSCHUMHURIA an. Mit Blick auf die US-Pläne für die Zeit nach Saddam Hussein schreibt das Blatt:

"Je öfter die Amerikaner ihre Absicht wiederholen, einen Militär-Kommandeur im Irak einzusetzen, desto mehr werden sie weltweit gehasst. Besatzung ist als Konzept heutzutage nicht mehr akzeptabel. Verbündeten wie Feinden ist klar, dass die USA nur für ihre eigenen Interessen arbeiten. Die USA ebnen sich den Weg, um die Bodenschätze des Iraks unter ihre alleinige Kontrolle zu bekommen. US-Außenminister Colin Powell hat vor dem Kongress das Szenario nach Saddam Hussein dargelegt. Von einer nationalen irakischen Regierung war da überhaupt nicht die Rede. Vielmehr wollen die Invasoren das Land selbst regieren - auf unbestimmte Zeit!"

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